Photovoltaik

In seinem beiden Büchern »GRÜN + DUMM – Die Natur lässt sich nicht zum Narren halten« und »GRÜN + DUMM …reloaded – auch Dummheit ist eine Pandemie« beschreibt der emeritierte Professor für Physik Dr. Hans Hoffmann-Reinecke sehr anschaulich und auch für Nicht-Physiker nachzuvollziehen, weshalb die sogenannte ›Energiewende‹ völlig weltfremd und nicht umsetzbar ist. Die ›Sorge ums Klima‹ hat sich vielmehr zu einer Staatsreligion entwickelt – und das, obwohl diese Sorge, wie Sie bereits auf den vorigen Seiten erfahren konnten, gar nicht opportun zu sein scheint.

Dr. Reineke verdeutlicht denn Irrsinn der Energiewende mit sogenannten Milchmädchenrechnungen. Lesen Sie selbst und staunen Sie:

›Energiewende‹ Milchmädchenrechnung Teil I: Photovoltaik

»In Deutschland stehen derzeit Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Leistung, die mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs ausmacht. Aber das ist eine Milchmädchenrechnung.

In diesem Artikel geht es um Photovoltaik (PV), der direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom. Die entsprechende Milchmädchenrechnung in ihrer einfachsten Form sieht folgendermaßen aus:

Die Sonne liefert uns gratis und ohne ökologische Kollateralschäden pro Quadratmeter gut 1 kW elektromagnetischer Strahlung. Um den durchschnittlichen deutschen Pro-Kopf-Bedarf von 0,7 kW elektrischer Leistung zu befriedigen, bräuchten wir also nur pro Person einen knappen Quadratmeter Erdoberfläche zu reservieren und den einfallen Sonnenschein in Strom zu verwandeln, um den ganzen Zinnober mit Kohle und Kernkraft vergessen zu können.

Ein typisches chinesisches Solarmodul hat eine Fläche von anderthalb Quadratmeter. Das ist ein kleiner Esstisch, und liefert in der Mittagssonne rund 200 W elektrische Leistung. Damit kann man zur Not schon Fernsehen.

Sie haben es bemerkt! Das Modul wandelt Sonnenenergie nicht zu 100% in Strom um, nämlich nicht 1 kW pro Quadratmeter, sondern nur etwa 15 % davon. Um den durchschnittlichen Bedarf pro Kopf in Deutschland zu befriedigen bräuchten man dann eben statt des erwähnten knappen Quadratmeters derer fünf. Wollten wir jeden der 80 Millionen Bundesbürger fünf Quadratmeter Photovoltaik-Fläche reservieren, dann kämen wir auf insgesamt 400 Quadratkilometer. Deutschland hat immerhin 400.000 davon, ein Tausendstel der bundesdeutschen Oberfläche würde ausreichen , um unseren Energiebedarf zu befriedigen! Warum pflastern wir dann nicht dieses lächerliche Tausendstel der Republik mit Photovoltaik-Modulen zu und sind alle Sorgen los?

Der kleine Unterschied

Wir sind ja dabei, das zu tun, aber die Sorgen schwinden nicht. Gegen Ende 2018 hatte man bundesweit etwa 45 Gigawatt elektrischer PV-Leistung installiert. […] Der Bedarf an Elektrizität in Deutschland beträgt ca. 70 Gigawatt. Könnten wir nicht sofort die ›atomaren Monster‹ (Anm.: In Deutschland sind derzeit ein knappes dutzend Kernkraftwerke mit insgesamt 15 Gigawatt installierter Leistung im Betrieb) dank unserer PV-Anlagen abschalten – und die meisten Kohlekraftwerke dazu? Ist die Energiewende also vollzogen?

Sie erinnern sich: Eine Milchmädchenrechnung unterdrückt ganz wesentliche Aspekte der Wirklichkeit und ist daher schlicht und einfach falsch. Die Aufrechnung von installierter KKW (Kernkraftwerk)-Leistung mit installierter Photovoltaik-Leistung ist solch eine Milchmädchenrechnung.

Der Unterschied ist, dass ein Kernkraftwerk seine installierte Leistung abgibt, wenn diese benötigt wird. Eine PV-Anlage gibt sie ab, wenn die Sonne scheint – genauer gesagt, wenn die Sonne mit ihrer theoretischen vollen Leistung, ohne Behinderung durch Dunst oder Wolken, senkrecht über den Modulen steht.

Wie oft ist das der Fall? Nie! Erst einmal können wir ganz offensichtlich die Nachtstunden vergessen. Aber auch die Stunden kurz vor Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang bringen so gut wie nichts. Da strahlt die Sonne dermaßen schräg durch die Atmosphäre, dass das meiste Licht auf diesem langen Weg durch Streuung in der Luft verloren geht. Für die Wintermonate gilt das übrigens den ganzen Tag über; das ist ja auch der Grund, warum es da so kalt ist.

Ein weiterer Faktor ist, dass unsere Solarmodule fast nie genau in die Sonne schauen. Man richtet sie natürlich nach Süden aus, damit sie die kräftige Mittagssonne voll einfangen; das bedeutet aber, dass sie für den Rest des Tage mehr oder weniger schief zu den Strahlen positioniert sind.

Wie viele brauchbare Stunden pro Tag bleiben dann noch übrig? Für die Sommermonate sind es vielleicht je vier vor und nach Mittag, macht insgesamt 8 Stunden. Lassen Sie uns das für einen Wintertag auf 4 reduzieren und nehmen wir als Jahresdurchschnitt 6 Stunden pro Tag. Die jeweils verbleibenden Stunden mit dem schräg einfallenden Sonnenlicht vergessen wir, auch wenn da vielleicht noch ein paar kümmerliche Watt aus den Paneelen tröpfeln. 6 Stunden sind nur ein viertel der Dauer des gesamten Tages.

Ein Solarpaneel, welches als 200-W-Modul verkauft wird, leistet im Tagesdurchschnitt also bestenfalls ein Viertel davon, nämlich 50 Watt. Die geballte deutsche Photovoltaik, die dem Bundesbürger mit dem Label von 45 Gigawatt verkauft wird, kann also maximal ein Viertel davon leisten, nämlich gut 11 Gigawatt. Aber warten Sie, es kommt noch schlimmer.

Die Entdeckung der Wolken

Wir müssen damit rechnen, dass es sowohl in Mecklenburg-Vorpommern als auch im bayrischen Oberland regnen kann oder zumindest die Sonne hinter dunklen Wolken verschwindet oder die Solarmodule gar von winterlichen Schnee bedeckt werden. Das ist von Bedeutung. Denn auch wenn es bei schlechtem Wetter noch nicht stockdunkel ist, so bleibt dennoch fast alle Sonnenstrahlung in den Wolken hängen bzw. sie wird an der Oberseite ins All reflektiert. Es kommt so gut wie nichts mehr durch. […]

Mit anderen Worten: Für unserer PV-Installationen ist bei Bewölkung Feierabend. Ein typisches deutsches Jahr hat, mit viel Optimismus, die Hälfte der Tage Bewölkung und die andere Zeit blauen Himmel. Von den berechneten 6 nützlichen Stunden bleiben pro Tag also wetterbedingt nur noch 3 übrig! Mit anderen Worten: 21 der 24 Stunden des Tages stehen oder liegen die teuren PV-Module nutzlos in der Gegend herum; nur während 3 Stunden Ihres Daseins liefern sie Strom.

Das erwähnte PV-Paneel von gut einem Quadratmeter Fläche, dass als 200-Watt-Modul verkauft wird, bringt also tatsächlich im Jahresdurchschnitt nur 25 Watt. Dieser Etikettenschwindel rechnet sich entsprechend hoch. Statt von insgesamt 45 Gigawatt installierter PV-Leistung kann man tatsächlich nur von 6 Gigawatt reden.

Die in der Öffentlichkeit als 45 Gigawatt angegebene installierte PV-Leistung ist also in Wirklichkeit nur 6 Gigawatt. 45 Gigawatt wären es nur, wenn die Solarparks auf einem Planeten Erde installiert wären, der sich nicht drehen würde, keine Wolken hätte und wo die Sonne 24 Stunden am Tag senkrecht auf Deutschland herab schiene.

Das hält die grüne Lobby nicht davon ab, das Erreichen jeder Marke von installierter Leistungen – und sich selbst – lautstark zu feiern, weil man damit endlich Kernkraft und Kohle überflüssig gemacht hat. Diese Milchmädchenrechnung wird ganz offensichtlich aus Arglist angestellt, um dem Steuerzahler die Solarenergie schönzurechnen.

Die offizielle Statistik gibt unserer Abschätzung recht. 2017 wurden in Deutschland rund 6% der benötigten Elektrizität durch PV gewonnen. Das ist noch eine gute Nachricht. Die schlechte kommt jetzt.

Die Launen von Mutter Natur

Wir möchten, dass die Segnungen der Technik dann verfügbar sind, wenn wir sie brauchen. […] Daher müssen 100% unseres Energiebedarfs durch Kraftwerke abgesichert sein, die von Wind und Wetter unabhängig sind. Wenn dann die Sonne scheint oder der Wind weht oder beides, dann werden die herkömmlichen Kraftwerke – Kohle, Gas, Atom und Wasser – entsprechend gedrosselt und die alternativen Energiequellen springen ein.

Es ist sogar schon zu Situationen gekommen, dass in gewissen Regionen an sonnigen Sommerwochenenden die PV-Module für ein paar Stunden tatsächlich ihre installierte Leistung abgaben, dass aber, weil Sonntag, in den Industriebetrieben der Region die Fließbänder stillstanden, die Familien im Auto unterwegs waren und zu hause nur der Kühlschrank und der Radiowecker Strom zogen. An solchen Tagen wurde dann durch die PV alleine mehr Strom produziert als abgenommen werden konnte. Solche von den grünen Lobbyisten abermals lautstark gefeierten Ereignisse deuten einmal mehr auf die Sinnlosigkeit der launenhaften Sonnenenergie in ihrer heutigen Form.

Diese Launenhaftigkeit der PV kann man auch nicht dadurch beseitigen, dass man nochmal doppelt so viele Module auf die Dächer schraubt. Auch die werden bei Wolken keinen Strom liefern, dafür aber bei Sonnenschein das Problem mit der Überschussenergie verschärfen. PV würde nur Unabhängigkeit von konventioneller Energie bieten, wenn man Strom in praktikabler Form speichern könnte. Aber da ist keine Lösung in Sicht.

Dumm gelaufen

Noch einen, nicht unwichtigen Aspekt muss ich ansprechen, auch wenn Sie das vielleicht nicht hören wollen.

Das oben erwähnte »Drosseln« der konventionellen Kraftwerke bei Sonnenschein ist nicht ganz einfach. Nicht alle Anlagen lassen sich auf Knopfdruck beliebig schnell regeln. Ein typisches Kohlekraftwerk verbrennt pro Minute immerhin 5 Tonnen Kohle. In jedem Moment liegen da jede Menge weißglühender Briketts im Ofen – was soll mit denen passieren, wenn sich die Sonne gerade dazu entschließt, für eine viertel Stunde zu scheinen? Und auch der Dampfkessel von de Größe eines Blauwals, auf mehrere hundert Grad aufgeheizt, kann nicht gerade mal Mittagsschlaf machen. Wir müssen das Kraftwerk einfach so weiterlaufen lassen.

Und auch ein KKW lässt sich nicht so leicht zurückdrehen, wie ein Autoradio.

Wir brauchen also andere Kraftwerke, die rasch geregelt werden können, wenn wir den Segen von PV nutzen wollen. Das sind Anlagen, die mit Wasserkraft oder Erdgas betrieben werden. Es ist nun eine bittere Ironie des Schicksals, dass dies ausgerechnet diejenigen Energieformen sind, die am wenigsten bzw. gar kein CO2 produzieren.

Das Gesamtszenario sieht dann folgendermaßen aus: Atom-, Kohle-, Erdgas und Wasserkraftwerke teilen sich brüderlich die Last der Stromversorgung. Nun kommt die liebe Sonne hinter den Wolken hervor und die von ihr gesegneten PV-Module beginne, Strom ins Netz einzuspeisen. Wasserkraft und Erdgas werden entsprechend zurückgefahren, Kohle und Kernkraft laufen unverändert weiter.

Wie viel CO2 sparen wir nun ein? So gut wie nichts, denn Braun- und Steinkohle werden weiterhin im gleichen Umfang verfeuert. Wir reduzieren lediglich den Verbrauch des zu Recht als »umweltfreundlich« gepriesenen Erdgases, welches pro Kilowattstunde nur ein Drittel der CO2– Emission von Braunkohle hat.

Fazit

Der Beitrag von PV zur Stromversorgung ist in Anbetracht des Aufwandes schon lächerlich gering. Aber es kommt noch schlimmer: Die Einsparung an CO2 entspricht nur ein paar Promille; anders ausgedrückt: so gut wie null.

Können Sie sich noch erinnern? War die ganze PV-Kampange ursprünglich nicht angestoßen worden, um CO2– Emission zu reduzieren, um der Erwärmung der Erdatmosphäre zu gebieten, um den Planeten zu retten?

Fakt ist: Seit Start der Energiewende wurden zwölfstellige (!) Eurobeträge für Wind- und Solaranlagen ausgegeben. Der Ausstoß an CO2 in Deutschland ist dennoch fast konstant geblieben, nämlich bei rund 800 Millionen Tonen pro Jahr.

Zitiert aus: Hans Hofmann-Reinecke, »GRÜN + DUMM …reloaded«, Sommerset West – South Afrika, S. 136 – 142