Trumpenstein und Co. vs. Vernunft und Wissenschaft

Während US-Präsident Donald Trump per Dekret Naturschutzmaßnahmen zugunsten von Wirtschaftsinteressen abschaltet und das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigt, fordert die deutsche CDU-Rechte den Abschied von den deutschen Klimazielen während VW, Audi und Porsche weiterhin fleißig Abgaswerte manipulieren. Das kann nur Satire sein.

Das wäre schön. Nur leider ist dies die Realität. Eine Realität, welche wir bereits direkt nach dem Pariser Abkommen vorausgesehen und mehrfach angekündigt haben.

Nein, nein, diese Voraussage hat weder etwas mit »Glaskugel« oder Verschwörungstheorien zu tun, sondern vielmehr mit der Kenntnis über die inneren Mechanismen der vorherrschenden Ökonomie – dem Kapitalismus. Dieser ist durch seine Produktionsbedingungen direkt verantwortlich für den Klimawandel und der Kapitalismus, so anpassungsfähig er bislang gewesen sein mag, kann eines nicht – seinen eigenen ökonomischen Gesetzen entkommen.

Wolkenkuckucksheime

Mit diesen Realitäten sind aber nicht nur Teile dieser Wirtschaft überfordert, sondern auch kleinere Teile aus Politik und Bevölkerung. Diese Splittergruppen stürzen sich in herbeiphantasierte, realitätsferne Traumwelten als den vermeintlich leichten Weg, und versuchen mittels pseudowissenschaftlicher Veröffentlichungen und Ver­schwö­rungs­the­o­rien eine andere, neue Sicht, ihre zurechtgebogene Sicht der Lage, unter die Leute zu bringen. Dabei sind es immer wieder die üblichen Verdächtigen, welche aus eigenen, ökonomischen Vorteilen heraus handeln oder sich mittels Mangel an Sachkenntnis, an Urteilsvermögen und (geistigem) Niveau zu Dingen äußern, welche sie nicht einmal ansatzweise verstehen. Ob die CDU-Rechte, vertreten durch Wolfgang Bosbach, Thomas Bareiß, Thomas Dörflinger, Steffen Flath, Erika Steinbach, Ute Granold und Christean Wagner, oder obskure Vereine, wie das »Europäische Institut für Klima und Energie« (EIKE), eine klimaskeptische Lobbyorganisation, bei der Verbindungen zur AfD bestehen. Allen gemein ist, dass diesen Außenseitern dabei nichts absurd und lächerlich genug ist, um es als sogenannte Gegendarstellung gegen den allgemeinen wissenschaftlichen Konsens ins Felde zu führen. EIKE wurde übrigens gegründet und wird bis heute geführt durch Holger Thuß, welcher nebenher bei »eigentümlich frei« publiziert, einem libertären Magazin, welches Überschneidungen mit der sogenannten »Neuen Rechten« aufweist. Besonders grotesk: EIKE versuchte sogar wiederholt auf Klimarelevant pseudowissenschaftliche Beiträge zu platzieren.

Versprochen, gebrochen

Zwei Worte genügen, um die deutsche Klimapolitik zusammenzufassen und somit eine Erklärung zu bieten, warum Splittergruppen versuchen, das offensichtliche Scheitern schön zu reden oder umzudeuten: Bereits vor zehn Jahren hat sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Emissionen bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Allerdings wird Deutschland damit krachend scheitern, denn bislang sind es gerade einmal 28 Prozent, die erreicht wurden. Von wegen Vorzeige-Land. Panik macht sich also breit und so versuchen konservative Kreise Hand in Hand mit Teilen der Wirtschaft und der Rechten den Klimawandel weiter zu leugnen oder ganz absurd, ihn positiv umzudeuten, anstatt entsprechend zu handeln.

No pasarán

Sie kommen nicht durch. Es zeigt sich nämlich unübersehbar, dass dieserlei Rattenfängermethoden keine neuen Gruppen von Menschen erreichen, sondern nur die ansprechen, welche sowieso schon immer in dieser Pseudoschiene verortet waren. Der Rattenfang bleibt also in seinen bekannten Echokammern isoliert, denn bei der überwältigenden Mehrzahl der Bevölkerung ist unwiderbringlich angekommen, welche Gefahren durch den menschengemachten Klimawandel drohen (und bereits vorliegen), wer diesen wie herbeigeführt hat und was getan werden muss, um den GAU zu begrenzen. Das ist gut so.

Das Statement des Deutschen Klima-Konsortiums (DKK) anlässlich der Diskussionen nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen macht noch einmal klar: »Die aktuelle Diskussion um den Austritt der USA aus dem Pariser Klima-Abkommen scheint einige Personen aus Politik und Medien zu motivieren, altbekannte und längst wiederlegte Zweifel an der Existenz des vom Menschen verursachten (anthropogenen) Klimawandels sowie an der Wissenschaftlichkeit des Weltklimarates öffentlich zu äußern.«

Von offiziellen Statistiken zum Klimawandel

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Smog durch Industrieproduktion in China. ©Fredrik Rubensson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Viele offizielle Statistiken über den Ausstoß von Klimagasen stellen die Tatsachen auf den Kopf. Diese Statistiken haben einen bestimmten Zweck. Leider ist dieser Zweck nicht Profundität. Über die Bilanzfälschertricks der Lobbyisten.

Seit vielen Jahren erleben wir die gleichen Abläufe. Auf irgendwelchen Klimakonferenzen weltweit treffen sich tausende Delegierte und beschließen mittels durchdachter Wortakrobatik irgendwelche Klimaabkommen – zuletzt im Dezember 2015 in Paris. Diesmal erlebten wir nach Paris, dass das dort beschlossene Abkommen von der weltweiten Presse als Meilenstein in den Himmel geschrieben wurde. Mehr lesen

USA: US-Präsident Obamas letzter, großer Kampf?

US-Prsident Obama bei einer Ansprache. Credits: Gabbec / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

US-Präsident Obamas Engagement für ein entschlossenes Handeln gegen den menschengemachten Klimawandel nimmt zu. Schon vor seiner Abreise in den nördlichsten Bundesstaat der USA, Alaska, den er als erster amtierender US-Präsident besucht, hatte Obama gesagt, dass der Kampf gegen die Erderwärmung für ihn oberste Priorität habe.

Eindringlich warnte er vor den Folgen des Klimawandels und forderte mehr internationale Zusammenarbeit, um die Erde zu retten. Der UN-Klimagipfel im Dezember in Paris müsse ein Erfolg werden, sagte Obama. Dabei solle erstmals allen Ländern der Welt die Verpflichtung auferlegt werden, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu senken – nur leider ist ja dies genau nicht in Paris geplant. Paris wird lediglich nur nicht-verpflichtende, jederzeit widerrufbare Beiträge aller Staaten bringen – so ist es in den Statuten festgelegt.

Obama bleibt dennoch unbeirrt und mahnt eindringlich: »Dieses Jahr muss das Jahr sein, in dem die Welt endlich ein Abkommen erzielt, um den einen Planeten zu schützen, den wir haben, so lange wir das noch können«. »In der Arktis«, so Obama weiter, »seien die Folgen der Erderwärmung bereits zu spüren. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Ortschaften drohen zu versinken. Mittlerweile haben Wissenschaftler festgestellt, dass selbst in der Tundra mit ihrem Permafrostboden Feuer ausbrechen. Szenarien wie diese drohten auch Regionen außerhalb der Arktis. Ganze Städte könnten vernichtet werden. Der Klimawandel geschieht hier, er geschieht jetzt. Menschliche Aktivität zerstört das Klima schneller als wir dachten!« Man wisse, »dass menschlicher Erfindungsreichtum etwas dagegen tun kann, aber die Menschheit handle bislang nicht schnell genug«, resümierte Obama. Mehr lesen