Deutschland: Offshore Ausbau verläuft nach Plan – 1.765 Megawatt neu am Netz

Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland (Kapazität der OWEA mit Netzeinspeisung), Stand 30.06.2015. Grafik: www.offshore-stiftung.de

Im ersten Halbjahr 2015 gingen 422 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.765,3 Megawatt neu ans Netz. Auf See speisten damit zum 30. Juni 2015 insgesamt 668 Anlagen mit einer Leistung von 2.777,8 Megawatt Strom ein.

Mit diesen Offshore-Windenergieanlagen kann das System etwa drei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Zudem stehen 90 Anlagen mit einer Leistung von 380,7 Megawatt vor ihrem Netzanschluss und für 84 weitere Anlagen wurden bereits Fundamente errichtet. Für das Jahr 2015 wird somit insgesamt mit etwa 2.250 Megawatt an neuen Offshore-Windenergie-Kapazitäten am Netz gerechnet. In der deutschen Nord- und Ostsee werden zum Jahresende wie geplant Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.300 Megawatt am Netz sein. Mehr lesen

Der Offshore-Windpark „Borkum West II“ am Netz

Offshore Windpark. Foto: Hans Hillewaert / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Ein weiterer Schritt nach vorn.

Nach fast vierjähriger Bauzeit ist der Offshore-Windpark Borkum in Betrieb genommen worden. 40 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt liefern nun rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum mit voller Leistung Strom. Gerechnet wird mit 4.000 Volllaststunden und einer Ausbeute von 800 Gigawattstunden Strom. Dies reicht um circa 200.000 Haushalte zu versorgen.

Beim Bau hat es einige Verzögerungen gegeben, denn der Park sollte bereits Mitte 2013 ans Netzt gehen. Der Windpark ist um ein Viertel teurer geworden als geplant.

Im August 2015 sollen die 40 Anlagen des Windparks Borkum in den Regelbetrieb überführt werden. Derzeit befinden sie sich noch im Probebetrieb. Laut dem Betreiber Trianel werden noch „technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Areva-Anlagen getestet“. Nächstes Jahr soll die Entscheidung über eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 200 Megawatt Leistung fallen.

Dänemark: 140 Prozent des Stroms aus Wind

Dänemark konnte am Freitagmorgen bei starkem Wind seinen Stromverbrauch zu 140 Prozent aus Windkraft decken. Das ergibt die Dokumentation des dänischen Übertragungsnetzbetreibers Energinet.dk. Am Donnerstag waren es bereits 116 Prozent gewesen, als um drei Uhr morgens der Anteil durch den niedrigeren nächtlichen Stromverbrauch stieg. Damit war die dänische Windkapazität von 4,8 Gigawatt noch nicht einmal komplett ausgelastet.

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Offshore-Windpark Anholt in Dänemark. Bild: Katrin Scheib / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Nach Informationen der britischen Tageszeitung The Guardian wurden je 40 Prozent des überschüssigen Windstroms nach Deutschland und Norwegen exportiert, den Rest nahm Schweden ab.

Bis 2020 will Dänemark die Hälfte seines Stroms stabil aus Windkraft beziehen. Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Das nordeuropäische Königreich ist auf dem besten Weg dorthin. Bereits 39 Prozent des Stroms stammten 2014 laut Energinet.dk von Windrädern. Im Oktober hatte Dänemark angekündigt, den Kohleausstieg des Landes zu beschleunigen. Bereits in zehn Jahren soll der Einsatz von Kohle beendet werden. Zurzeit lässt die Regierung prüfen, wie sich das umsetzen lässt.

Quelle: www.klimaretter.info