Globaler Temperaturrekord 2016

Dr. Maggie Opondo (links) und Prof. Dr. Mojib Latif (rechts) im Gespräch. Foto: Stephan Röhl

Das Deutsche Klima-Konsortium hat zum aktuellen globalen Temperaturtrend und zu den Weltklimaverhandlungen in Marrakesch (COP 22) eine Stellungnahme veröffentlicht, welche wir im Wortlaut hier wiedergeben:

Berlin, 22. Dezember 2016

Nach dem bisher wärmsten Jahr 2015 erreichte die globale Mitteltemperatur im Jahr 2016 erneut Rekordwerte. Laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigen die aktuell vorliegenden globalen Messwerte für 2016 im Zeitraum Januar bis November eine Temperaturabweichung um 0,94 °C über dem entsprechenden Mittelwert der ersten elf Kalendermonate für das 20. Jahrhundert. Mehr lesen

Energieforum 2015: Ein Klima verändert die Welt

Die Mitwirkenden bei der abschließenden Podiumsdiskussion. Von l.n.r.: Moderator Carsten Kock, Katharina Beyerl, Dr. Robert Habeck, Frank Eisoldt, Prof. Dr. Mojib Latif (mit Mikrofon)

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lud zum Energieforum 2015 – Ein Klima verändert die Welt im Audimax ein. Expertinnen und Experten referierten über die Auswirkungen des globalen Klimawandels. Mit dabei war unter anderem die »Kieler Klima-Ko­ry­phäe« Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher am Geomar, CAU und diesjähriger Träger des deutschen Umweltpreises.

Vor rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörern im fast bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal H im Audimax, wurde den Gästen ein breites Spektrum rund um das Thema Klimawandel geboten. In vier Impulsbeiträgen führte die geladene Referentin und ihre drei männlichen Kollegen die Interessierten in ihre jeweiligen Spezialgebiete ein. Jedes Gebiet eröffnete dabei eine andere Perspektive in das breite Themengebiet. Nach der Veranstaltungseröffnung durch Dr. Norbert Kopytziok, dem Projektleiter »klik – klima konzept 2030« der CAU, begannen die jeweils etwa 15 Minuten kurzen »Klimareisen«: Mehr lesen

Klimaschutz erzwingen

Thomas Pogge, Philosophie-Professor der Yale-Universiät. Bild: Tobias Klenze / CC-BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Das marktwirtschaftliche System versagt. Die aus den ökonomischen Grundlagen entspringende Gesellschaft mit samt der ihr innewohnenden politischen Kultur ebenso. Regierungen sind nicht in der Lage die entsprechenden Verordnungen und Gesetzte zu verabschieden, um den Treibhausgasausstoß so zu senken, dass die Erde ein lebenswerter Ort auch für die nachfolgenden Generationen bleibt – kurzfristige und egoistische Sichtweisen bestimmen das Handeln. Der nächste Schritt wird eine Zeit der Justiz sein, die Klimaschutz über Menschenrechte, Völkerrecht, Umweltrecht sowie Schadens- und Privatrecht einklagen wird.  

Bereits im Juni haben Umweltschützer in den Niederlanden eine denkwürdige Entscheidung erfochten: Ein Gericht verpflichtete die niederländische Regierung dazu, verbindliche Maßnahmen für mehr Klimaschutz zu ergreifen. Eingereicht hatte die Klage die niederländische Umweltschutzgruppe Urgenda mit dem Ziel auf juristischem Wege das zu erreichen, was allein auf vernunftmotiviertem Wege in den Niederlanden (und nicht nur dort) nicht bewerkstelligt werden kann – eine ausreichende Reduzierung der Emission von Treibhausgasen. Bislang war der Plan in den Niederlanden die Emissionen bis 2020 um lediglich 17 Prozent zum Vergleichsjahr 1990 zu verringern – das ist eindeutig zu wenig. Das Urteil: Die Regierung der Niederlande muss den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2020 um mindestens 25 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 verringern. »Das Ausmaß des Klimawandels mache einen solchen Schritt nötig«, verkündete Richter Hans Hofhuis in Den Haag. »Der Staat müsse mehr tun, um die durch die Erderwärmung drohenden Gefahren abzuwenden und habe die Pflicht, die Umwelt zu schützen. Die Kosten für eine Reduzierung der Treibhausgase seien nicht unzumutbar hoch«, erklärte das Gericht. Die Klage fußte auf dem Vorwurf der Kläger, dass durch die Untätigkeit des Staates beim Kampf gegen die Erderwärmung die Kläger (und der Rest der Menschheit) in ihren Menschenrechten verletzt werden. Dieser Argumentation folgte das Gericht, denn dem Urteil zu Grunde legten die Richter die sogenannten Oslo-Grundsätze, die von einer Gruppe Juristen und dem Philosophen Thomas Pogge erarbeitet wurden. Der Leiter des Climate Action Network (CAN) in Europa, Wendel Trio, wertete das Urteil als einen Meilenstein: »Wir hoffen, dass dieses Vorgehen weltweit Nachahmer findet.« Mehr lesen