Vorbereitungsgespräche für Vertragsverhandlungen: Ernüchternde Ergebnisse

UN-Klimakonferenz (hier in Lima 2014). Foto: Daniel Malpica / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Sie bekommen es wieder nicht hin. Bei den Vorbereitungsgesprächen in dieser Woche in Bonn für die Vertragsverhandlungen zum neuen Weltklimavertrag erzielten die Unterhändler nur in einigen, wenigen Detailfragen kleinere Fortschritte. Symptomatisch für das bisherige Versagen ist, dass auch jetzt lediglich Fortschritte darin erzielt wurden, Anpassungsstrategien an die Auswirkungen des Klimawandels zu erläutern und zudem zu definieren, wie Schäden des Klimawandels kompensiert werden können, anstatt sich darauf zu konzentrieren, den Klimawandel selbst aufzuhalten. Dann aber müsste man ans Eingemachte gehen.

Es wird taktiert wie eh und je. Niemand will einen Schritt nach vorne machen, weil dadurch der andere eventuell einen kurzfristigen Wettbewerbsvorteil erhaschen kann. Es ist das selbe, gleichförmige Trauerspiel, welches bereits seit 20 Jahren die notwendigen, beherzten Schritte verhindert. Die Wissenschaft warnt inzwischen zwar immer eindringlicher, dass uns die Zeit davon läuft, in der wir den Klimawandel vielleicht noch begrenzen könnten – erste unumkehrbare Kipppunkte des Klimasystems, die den Klimawandel unaufhaltsam verstärken, sind bereits überschritten, die nächsten stehen kurz bevor – dennoch bekommen es unsere politischen und wirtschaftlichen »Eliten« nicht hin sich von ihren kurzfristigen Gedankenkonstrukten zu lösen und endlich angemessen zu handeln. Mehr lesen

Eisschilde schmelzen zehnmal schneller als angenommen

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Eisberg in der Diskobucht, Westgrönland. Credits: Michael Haferkamp / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Der Meeresspiegel könnte in den nächsten 50 Jahren um drei Meter steigen, zeigt die neueste Studie des renommierten Klimaforschers James Hansen.

Der Klimawissenschaftler James Hansen und 16 weitere Forscher schlagen Alarm. Die Eisschilde der Erde schmilzen zehnmal schneller als bislang angenommen, zeigt ihre Studie. Als Folge kommt demnach ein Teufelskreis in Gang. Das schmelzende Wasser verändert die Zirkulation der Ozeane, tiefere Ozeanregionen erwärmen sich und lassen Gletscher und Eisschilde von unten weiter schmelzen. Dadurch wird der Meeresspiegel in den nächsten 50 Jahren um mehr als drei Meter steigen. Das liegt deutlich über bisherigen Prognosen. Mehr lesen

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

tafeleisbergDer Bericht ist bereits von Ende 2014, soll aber nochmals an die schwer kalkulierbaren Risiken der Kippunkte erinnern.

Ein US-Fachjournalist nannte es einen »holy shit moment for global warming« – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. »Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten«, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Ganzer Artikel und Quelle: www.scilogs.de/klimalounge/westantarktis-ueberschreitet-den-kipppunkt/