Kommentar zur Studie des Institus der deutschen Wirtschaft (IW): Energiewende kostet die Verbraucher 28 Milliarden Euro

Haus der Propaganda – Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

von Klimus

Immer wenn Interessengruppen etwas erreichen wollen, wird das Spiel mit der Angst gespielt. Aktuell beginnt das von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanzierte ›Institut der deutschen Wirtschaft‹ (IW) eine neue Runde. Das Ziel: Die Energiewende verzögern, am liebsten verhindern, denn wenn es nach den Energieunternehmen und vieler Unternehmen ginge, dann würden sie einfach so weitermachen wie bisher.

Laut einer gestern veröffentlichten Studie des IW, welches auch für das neoliberale Think Tank ›Initiative neue soziale Marktwirtschaft‹ (INSM) tätig ist, solle die Energiewende den StromkundInnen 28 Milliarden Euro kosten und einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden würde dann nach dieser Rechnung circa 270 Euro im Jahr für die Umsetzung der Energiewende zahlen. Das sollte die schockierede Nachricht sein. Mehr lesen

Der Offshore-Windpark „Borkum West II“ am Netz

Offshore Windpark. Foto: Hans Hillewaert / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Ein weiterer Schritt nach vorn.

Nach fast vierjähriger Bauzeit ist der Offshore-Windpark Borkum in Betrieb genommen worden. 40 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt liefern nun rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum mit voller Leistung Strom. Gerechnet wird mit 4.000 Volllaststunden und einer Ausbeute von 800 Gigawattstunden Strom. Dies reicht um circa 200.000 Haushalte zu versorgen.

Beim Bau hat es einige Verzögerungen gegeben, denn der Park sollte bereits Mitte 2013 ans Netzt gehen. Der Windpark ist um ein Viertel teurer geworden als geplant.

Im August 2015 sollen die 40 Anlagen des Windparks Borkum in den Regelbetrieb überführt werden. Derzeit befinden sie sich noch im Probebetrieb. Laut dem Betreiber Trianel werden noch „technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Areva-Anlagen getestet“. Nächstes Jahr soll die Entscheidung über eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 200 Megawatt Leistung fallen.

Dänemark: 140 Prozent des Stroms aus Wind

Dänemark konnte am Freitagmorgen bei starkem Wind seinen Stromverbrauch zu 140 Prozent aus Windkraft decken. Das ergibt die Dokumentation des dänischen Übertragungsnetzbetreibers Energinet.dk. Am Donnerstag waren es bereits 116 Prozent gewesen, als um drei Uhr morgens der Anteil durch den niedrigeren nächtlichen Stromverbrauch stieg. Damit war die dänische Windkapazität von 4,8 Gigawatt noch nicht einmal komplett ausgelastet.

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Offshore-Windpark Anholt in Dänemark. Bild: Katrin Scheib / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Nach Informationen der britischen Tageszeitung The Guardian wurden je 40 Prozent des überschüssigen Windstroms nach Deutschland und Norwegen exportiert, den Rest nahm Schweden ab.

Bis 2020 will Dänemark die Hälfte seines Stroms stabil aus Windkraft beziehen. Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Das nordeuropäische Königreich ist auf dem besten Weg dorthin. Bereits 39 Prozent des Stroms stammten 2014 laut Energinet.dk von Windrädern. Im Oktober hatte Dänemark angekündigt, den Kohleausstieg des Landes zu beschleunigen. Bereits in zehn Jahren soll der Einsatz von Kohle beendet werden. Zurzeit lässt die Regierung prüfen, wie sich das umsetzen lässt.

Quelle: www.klimaretter.info