Faktenliste Klimawandel: Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie ihre Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetzt.

Handelst du schon oder machst du weiter wie immer? Diese Frage stellt sich eindringlich und mitlerweile unaufschiebbar, denn die Fakten und Zahlen zeigen uns, dass sich essenziell nichts ändert. Seit den frühen 1980er Jahren ist einer breiten Mehrheit bekannt, was durch den Klimawandel auf die Menschheit zu rollt, aber ein übergreifendes Umdenken findet nicht statt. Unbeeindruckt der aktuellen Zahlen und Fakten wird weiterhin auf Teufel komm raus in der Weltgeschichte herum geflogen, weil wir ja alle so weltoffen und Kosmopolit sind oder der nächste SUV angeschafft, weil es ja so angenehm ist, hoch zu sitzen. Anlässlich des G20-Gipfels letzten Juli 2017 in Hamburg haben KlimaexpertInnen die aktuellen Forschungsergebnisse zum Klimawandel zusammengefasst und diese Fakten machen inzwischen richtig Angst.

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Trumpenstein und Co. vs. Vernunft und Wissenschaft

Während US-Präsident Donald Trump per Dekret Naturschutzmaßnahmen zugunsten von Wirtschaftsinteressen abschaltet und das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigt, fordert die deutsche CDU-Rechte den Abschied von den deutschen Klimazielen während VW, Audi und Porsche weiterhin fleißig Abgaswerte manipulieren. Das kann nur Satire sein.

Das wäre schön. Nur leider ist dies die Realität. Eine Realität, welche wir bereits direkt nach dem Pariser Abkommen vorausgesehen und mehrfach angekündigt haben.

Nein, nein, diese Voraussage hat weder etwas mit »Glaskugel« oder Verschwörungstheorien zu tun, sondern vielmehr mit der Kenntnis über die inneren Mechanismen der vorherrschenden Ökonomie – dem Kapitalismus. Dieser ist durch seine Produktionsbedingungen direkt verantwortlich für den Klimawandel und der Kapitalismus, so anpassungsfähig er bislang gewesen sein mag, kann eines nicht – seinen eigenen ökonomischen Gesetzen entkommen. Weiterlesen

Globaler Temperaturrekord 2016

Dr. Maggie Opondo (links) und Prof. Dr. Mojib Latif (rechts) im Gespräch. Foto: Stephan Röhl

Das Deutsche Klima-Konsortium hat zum aktuellen globalen Temperaturtrend und zu den Weltklimaverhandlungen in Marrakesch (COP 22) eine Stellungnahme veröffentlicht, welche wir im Wortlaut hier wiedergeben:

Berlin, 22. Dezember 2016

Nach dem bisher wärmsten Jahr 2015 erreichte die globale Mitteltemperatur im Jahr 2016 erneut Rekordwerte. Laut der amerikanischen Wetterbehörde NOAA zeigen die aktuell vorliegenden globalen Messwerte für 2016 im Zeitraum Januar bis November eine Temperaturabweichung um 0,94 °C über dem entsprechenden Mittelwert der ersten elf Kalendermonate für das 20. Jahrhundert. Weiterlesen

Wohlhabende belasten Klimabilanz erheblich

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Studie des Umweltbundesamtes: Wohlhabende belasten Klimabilanz erheblich. Foto: M_H.DE, CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Wie der eigene Beitrag für das Klima und somit die Welt von Morgen unserer Kinder aussieht, hängt nicht vom Bewusstsein ab, sondern vor allen vom Einkommen. Hohe Mobilität und Energieverbrauch wohlhabender Deutscher drücken maßgeblich auf die Gesamt-CO2-Bilanz.

Naomi Kleins aktuelles Buch »Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima« zeigt exemplarisch auf, was seit Jahren in der Wissenschaft bekannt ist – der Zusammenhang zwischen Konsum und Umweltbilanz. Sind solche Feststellungen aus dieser Richtung nicht gerade überraschend, ist es hingegen die Tatsache schon, dass jetzt auch das Umweltbundesamt (UBA) zu identischen Ergebnissen gelangt. In einer kürzlich veröffentlichten Studie macht das UBA deutlich, dass Mobilität und Wohnen entscheidend für die Klimabilanz der Deutschen ist. Zudem stellte die Studie heraus, dass ein möglicherweise vorhandenes Umweltbewusstsein nur eine geringe bis gar keine Rolle beim Klima- und Umweltschutz spielt. Entscheidend für die Klimabilanz ist das Einkommen: Steigt es, steigen auch die Ansprüche und somit zugleich klimaschädliche Taten. Oder um es mit Worten aus der Studie zu sagen: »Menschen aus  einfachen Millieus, die sich selbst am wenigsten sparsam beim Ressourcenschutz einschätzen und die ein eher geringeres Umweltbewusstsein haben, belasten die Umwelt am wenigsten.« Weiterlesen

Interationaler Bericht bekräftigt: die Erde wird heißer und heißer

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Quelle: NOAA NCEI

Rund 450 Klimatologen haben nach der Analyse von zehntausenden von Messdaten zu dem ernüchternden Ergebnis gekommen, dass die Temperaturen global betrachtet neue Rekordwerte erreichten und dass auch der Meeresspiegel so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen lag. Auch lag der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2015 so hoch wie nie zuvor.

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Von offiziellen Statistiken zum Klimawandel

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Smog durch Industrieproduktion in China. ©Fredrik Rubensson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Viele offizielle Statistiken über den Ausstoß von Klimagasen stellen die Tatsachen auf den Kopf. Diese Statistiken haben einen bestimmten Zweck. Leider ist dieser Zweck nicht Profundität. Über die Bilanzfälschertricks der Lobbyisten.

Seit vielen Jahren erleben wir die gleichen Abläufe. Auf irgendwelchen Klimakonferenzen weltweit treffen sich tausende Delegierte und beschließen mittels durchdachter Wortakrobatik irgendwelche Klimaabkommen – zuletzt im Dezember 2015 in Paris. Diesmal erlebten wir nach Paris, dass das dort beschlossene Abkommen von der weltweiten Presse als Meilenstein in den Himmel geschrieben wurde. Weiterlesen

Gesellschaftliche Determinanten

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Der große Verbrenner – Unvernunft oder Ausdruck von Freiheit?

Die zentrale Frage, welche wir uns stellen müssen ist, warum diese Gesellschaft nicht in der Lage zu sein scheint, ihre eigenen Lebensgrundlagen zu erhalten, indem sie von ihrem rapide voranschreitenden, zerstörerischen Einwirken auf die Umwelt ablässt. Die Fakten zum Klimawandel liegen methodisch eruiert, als wissenschaftlicher Konsens ausgebreitet auf dem Tisch – für jeden zugänglich, für jeden verständlich. Dennoch ignorieren breite Teile dieser Gesellschaft die von den Fachleuten der Welt bereitgestellte Diagnose. Wie kann das sein?

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Pariser Klimavertrag: Kritik von führenden Klimawissenschaftlern

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Professor Mojib Latif: „Zu viel Spielraum, zu wenig Konkretes.“ (Bild vom November 2014), Bild: DKK, Stephan Roehl

Der in weiten Teilen der Politik und Leitmedien frenetisch bejubelte Klimavertrag von Paris, steht in der Kritik von führenden Klimawissenschaftlern. Es sei zwar ein starkes Signal, dass die Grenze der Erderwärmung in dem Vertrag auf maximal 1,5 Grad ausgerufen wurde, doch gleichzeitig werden die Maßnahmen, die für dieses Ziel nötig wären, Stück für Stück aus dem Vertragsentwurf getilgt.

Um die im Klimavertrag vereinbarte, begrüßenswerte Obergrenze einhalten zu können, müssten alle Industrieländer bis 2030 bei Null CO2-Emissionen liegen, erklärten die Wissenschaftler. Steffen Kallbekken, Forschungsdirektor des norwegischen Cicero-Instituts, verdeutlicht das Problem zwischen Anspruch und Wirklichkeit: »Das Problem ist nur: Wenn die Welt nach dem möglichen Inkrafttreten des Vertrags im Jahr 2020 damit beginnt, die Marke anzupeilen, ist es längst zu spät. Dann haben wir unser CO2-Budget bereits erschöpft.« Auch Joachim Schellnhuber, Leiter des renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIC), warnt vor den zu schwachen Maßnahmen. Weiterlesen

Paris und Pressemitteilung des Deutschen Klima Konsortiums

Prof. Dr. Mojib Latif, DKK-Vorstandsvorsitzender und Klimaforscher, Leiter des Forschungsbereichs Ozeanzirkulation und Klimadynamik am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel © DKK, Foto: S. Sharifi

Paris steht vor der Tür und in nahezu allen medialen Nischen steht das Thema Klimawandel auf dem Plan. Die Klimarelevant-Redaktion hält sich (noch) zurück, da wir uns nicht in Spekulationen verlieren und das Ergebnis abwarten wollen. Wie wichtig der Gipfel ist, haben wir an vielen Stellen dieses Portals betont, gleichfalls aber ebenso unsere Besorgnis darüber mitgeteilt, wie wenig Vertrauen wir in die Fähigkeit der politischen Vertreter auf Grund der Erfahrungen der letzten 20 Jahre Klimapolitik hegen, diese Situation angemessen zu behandeln.

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Energieforum 2015: Ein Klima verändert die Welt

Die Mitwirkenden bei der abschließenden Podiumsdiskussion. Von l.n.r.: Moderator Carsten Kock, Katharina Beyerl, Dr. Robert Habeck, Frank Eisoldt, Prof. Dr. Mojib Latif (mit Mikrofon)

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) lud zum Energieforum 2015 – Ein Klima verändert die Welt im Audimax ein. Expertinnen und Experten referierten über die Auswirkungen des globalen Klimawandels. Mit dabei war unter anderem die »Kieler Klima-Ko­ry­phäe« Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher am Geomar, CAU und diesjähriger Träger des deutschen Umweltpreises.

Vor rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörern im fast bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal H im Audimax, wurde den Gästen ein breites Spektrum rund um das Thema Klimawandel geboten. In vier Impulsbeiträgen führte die geladene Referentin und ihre drei männlichen Kollegen die Interessierten in ihre jeweiligen Spezialgebiete ein. Jedes Gebiet eröffnete dabei eine andere Perspektive in das breite Themengebiet. Nach der Veranstaltungseröffnung durch Dr. Norbert Kopytziok, dem Projektleiter »klik – klima konzept 2030« der CAU, begannen die jeweils etwa 15 Minuten kurzen »Klimareisen«: Weiterlesen

So gravierend ist der weltweite CO2-Ausstoß

Herbst und Winter stehen vor der Tür und die Menge der CO2-Emissionen nimmt durch die zu diesen Jahreszeiten steigende Energienachfrage und der Heizperiode stetig zu. Gleichzeitig verlieren die Bäume und Büsche ihr Laub und können so kein CO2 mehr aus der Atmosphäre binden. Was das für den Globus bedeutet, zeigt ein spektakuläres und gleichzeitig erschreckendes, ultra-hochauflösendes NASA Computermodell, welches ein ganzes Jahr im Zeitraffer zeigt.

Die Simulation zeigt auch die Unterschiede in der Kohlendioxid-Konzentration in den nördlichen und südlichen Hemisphäre und die deutlichen Schwankungen der globalen Kohlendioxid-Konzentrationen zum Wachstumszyklus der Pflanzen und Bäume im Wechsel der Jahreszeiten. Das verwendete Jahr ist das Jahr 2006 – das aktuelle Ausmaß dürfte durch die weiter angestiegenen Emissionen allerdings noch gravierender sein.

Weiterführende Informationen zur Simulation direkt auf der NASA-Website.

20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen

Noam Chomsky. Credits: Duncan Rawlinson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

»Die Staatengemeinschaft rede seit 20 Jahren diplomatisch über den Klimawandel und habe somit Zeit gehabt, die Transformation anzuschieben.«

Es tut sich zu wenig, obwohl die Aussagen der ernst zu nehmenden Wissenschaft eindeutig sind und jeden Tag neue Meldungen hinzukommen. Der menschengemachte Klimawandel ist in vollem Gange. Der Club of Rome, der wohl bedeutendste »Think Tank« der Erde, prognostizierte bereits 2012: »Die menschengemachte Freisetzung von Treibhausgasen wird noch bis 2030 steigen und erst dann zurückgehen – dies sei allerdings 15 Jahre zu spät, um noch zu verhindern, dass sich die mittlere Erdtemperatur nach 2052 um mehr als zwei Grad erhöhe.« Eine Katastrophe für die Menschheit und Club of Rome-Klimaforscher Jorgen Randers machte deutlich: »Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie ihre Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetzt.«

Dennoch lamentiert das wirtschaftlich-politische System bis heute über Kosten hier und da und kann sich nicht dazu entschließen das anzupacken, was angepackt werden muss. Dabei haben wir die Technologie und auch die Ressourcen, um das Projekt »Weltrettung« innerhalb kürzester Zeit zu den Akten legen zu können. Stattdessen wird aufgrund kurzsichtiger Profitsucht mit dem höchst denkbaren Einsatz gespielt, den man sich vorstellen kann – der allgemeinen Lebensgrundlage, dem Ökosystem Erde. Sind die warnenden Worte Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith schon vergessen? »In unserem Jahrhundert hat die Menschheit die Möglichkeit, ihre eigene Lebensgrundlage zu vernichten.« Weiterlesen

Kontroverse in der Windkraft?

Schön und ungeheuer kraftvoll – Windpark auf Fehmarn.

Die Kontroverse im Bereich der Windenergie kocht weiterhin hoch. Mit Blick in den aktuellen Pressespiegel könnte man den Eindruck gewinnen, dass eine zunehmende Anzahl der Bürgerinnen und Bürger Windkraft ablehnt. Das Thema ist zu wichtig, um an dieser Stelle einfach pro-contra – Mehrheiten auszuloten, denn dies führt nicht zum Ziel – große Veränderungen sollten in einem breit möglichen Konsens erfolgen, wenn er fruchtbar und nachhaltig sein soll.

Das die Energiewende unabdingbar ist, ist Konsens der Wissenschaft. Das ist im Prinzip auch denen klar, die Windkraftprojekte ablehnen, denn von den Finten der Klimaleugner-Szene lassen sich heute nur noch die wenigsten beeindrucken. Wieso trifft Windkraft, als eines der Standbeine des Energiemixes der Energiewende, dennoch auf Ablehnung? Zwei Hauptgründe: Weiterlesen

Extreme Hitze nimmt weltweit stark zu

In seinem heute veröffentlichtem Beitrag »Extrem heiß!« beschreibt der deutsche Klimatologe Stefan Rahmstorf vom PIK in Potsdam, dass die extreme Hitze weltweit stark zunimmt. Die Auswertung der Messdaten zeigt, dass es von 1950-1980 in jedem Monat typischerweise auf 1 bis 3 % der Landfläche sehr heiß war – inzwischen trifft dies auf 10 bis 20 % der Landfläche zu.

Prozentsatz der globalen Landfläche, auf der die Monatstemperaturen eine, zwei oder drei Standardabweichungen über dem örtlichen klimatischen Mittelwert 1950-1980 lagen. Zwei Standardabweichungen (orange) könnte man als „sehr heiß“ bezeichnen, drei Standardabweichungen (dunkelrot) als „extrem heiß“. Quelle: Coumou and Robinson 2013, entnommen von www.scilogs.de

Europa erlebt in diesem Jahr bereits die zweite große Hitzewelle dieses Sommers. Am 5. Juli wurde eine in Deutschland nie zuvor gemessene Temperatur erreicht: 40,3 °C in Kitzingen. Bereits am 7. August wurde dieser Jahrhundertrekord erneut eingestellt. Einzelne Hitzewellen gab es in der Vergangenheit immer und diese Ereignisse werden von KlimawandelleugnerInnen gezielt herausgepickt, um damit den wissenschaftlichen Konsens über die globale Klimaerwärmung in Frage zu stellen, betrachtet man jedoch die Temperaturdaten in ihrer Gesamtheit wird schnell klar und es erscheint unstrittig, dass extreme Hitze seit Jahrzehnten systematisch und stark zunimmt. Danach war es extrem heiß bis 1980 fast nie, inzwischen aber herrschen ständig auf einigen Prozent der Landfläche solche außergewöhnlichen Bedingungen. Weiterlesen