Schweiz: Bundesrats-Limousinen sollen elektrisch betrieben werden

Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard fährt Tesla. Bild: Twitter/@Uvek

Bisher fährt von den schweizer Bundesräten nur Doris Leuthard elektrisch. Geht es nach Bea Heim, soll sich dies ändern.

Die Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard fährt seit Ende 2014 einen Tesla S 85 als Dienstwagen und ist rundewg begeistert. In einem kürzlich erschienenen Interview bilanzierte sie, dass sie bisher keine Kompromisse habe eingehen müssen und bereits tonnenweise CO2 eingespart habe. Auch der Chauffeur sei begeistert, so Doris Leuthard.

Beim Schweizer Bund sind weitere 20 Limousinen im Einsatz, welchen jährlich rund 250.000 bis 300.000 Kilometer zurücklegen. Der komplette Fahrzeugpark ist aber noch viel grösser, denn allein das Verteidigungsdepartment (VBS) besitzt 1800 Personenwagen für den Transport von militärischem Berufspersonal. Rund 860 Autos hat auch das Finanzdepartement, vor allem für die Zollverwaltung. Darunter sind nur acht elektrobetriebene Autos – die staatlichen Vertreter, beziehungsweise Organe werden in Benzin- oder Dieselfahrzeugen, nicht selten mit Allradantrieb durch die Gegend kutschiert: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann haben einen Audi A8 L Quattro als Dienstwagen, die Kollegen setzen auf die Mercedes S-Klasse.

Der SP-Nationalrätin Bea Heim ist das stark verbesserungswürdig und fordert den Bundesrat auf, klare und messbare Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes der Bundesfahrzeuge vorzugeben. Heim motiviert, dass künftig wann immer möglich Bundesratslimousinen und Repräsentationsfahrzeuge beschafft werden, die kein CO2 ausstoßen. »Es gibt mittlerweile auch in der Oberklasse repräsentative Elektrofahrzeuge mit großer Reichweite.«

Die Vorbildfunktion des Bundesrates sei nicht zu unterschätzen argumentiert Heim: »Die Schweiz hat sich dazu verpflichtet, ihren CO2-Ausstoßes im Inland massiv zu senken. Unsere Regierung sollte mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, dass es ihr mit der Förderung der Elektromobilität ernst ist.« Die Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard jedenfalls habe mit ihrem Tesla nur gute Erfahrungen gemacht. Sie ist überzeugt, dass die Bundesräte mit dem Tesla auch bei ihren Repräsentationspflichten gegenüber dem Ausland punkten könnten: »Damit signalisiert die Schweiz, dass sie fortschrittlich ist und sich der Herausforderung des Klimawandels stellt.«

Gewohnt rückständiges Antiquariat steht hingegen der Vernunft und dem Fortschritt entgegen: Der nationalkonservative Nationalrat Walter Wobmann meint, dass sich die Schweiz damit im Ausland höchstens zum Gespött macht. Der Vorschlag ist nicht praktikabel, das Netz mit Ladestationen sei noch gar nicht weit genug. Zudem bezweifelt er, dass Elektrofahrzeuge effizienter sind als benzinbetriebene Fahrzeuge. Die Motoren werden immer sparsamer. Und die Produktion der Akkus der Elektrofahrzeuge frisst Unmengen an Energie. Auch eine Anspielung auf den Hausbrand bei Bea Heim, den ihr altes Elektroauto verursacht hat, kann sich Wobmann nicht verkneifen: »Ich möchte nicht, dass am Ende noch das Bundeshaus brennt.«

Bea Heim bleibt gelassen: »Fahren Autos mit Strom aus erneuerbaren Energien, sind sie von der Herstellung bis zur Entsorgung ökologisch klar besser als Benziner. Mit der Anspielung auf den Brand habe Wobmann wohl witzig sein wollen. Das zeugt aber eher davon, dass ihm die Argumente fehlen.«

Doris Leuthards Verkehrsdepartement Uvek hatte anlässlich der Übernahme des Tesla erklärt, dass das Fahrzeug den Vorgaben des Bundes für ein Dienstfahrzeug entspreche. Als reines Elektrofahrzeug passe es zudem in die Strategie des Uvek, einerseits die CO2-Emissionen zu reduzieren und anderseits mit Energie-Ressourcen sparsam und effizient umzugehen. Sogar die Beschaffungskosten lägen leicht unterhalb jener einer üblichen Repräsentationslimousine für Bundesräte. Für das Nachladen stünden landesweit bereits zahlreiche Ladestationen zur Verfügung, sei es seitens der Anbieter oder bei den bundeseigenen Anlagen.

Quelle: 20Min.ch

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