Klimaengagement

20 Jahre ist der Klimawandel der breiten Öffentlichkeit bekannt, dennoch werden heute immer mehr SUV verkauft, Billigflüge gebucht und mehr konsumiert und wieder weggeschmissen. Vernunft lebt eine Minderheit. Allen ist klar, dass sich diese Gesellschaft, wenn sie so weiter lebt, ihre eigene und vor allem die Zukunft ihrer, unserer Kinder unwiederbringlich zerstört. Viele nehmen sich vor etwas zu tun – »man müsste mal« – aber es bleibt beim »müsste«. Taten: Fehlanzeige. Auf dieser Seite wird es mitunter etwas persönlicher. Es ist notwendig.

Die Faktenlage dürfte auch jenen, welche bisher in der Klimathematik eher einen indifferenten Standpunkt einnahmen, klar gemacht haben, dass es nicht mehr darum gehen kann zu fragen »ob« SIE etwas für das Klima tun möchten, sondern dass es vielmehr heißen muss, »dass« SIE etwas tun müssen: JedeR muss ab heute KlimaretterIn sein!

Davon habe ich nichts gewusst!

Kann nicht jeder und muss auch nicht. Klimaschutz beginnt im Kopf und im eigenen, kleinen Handeln.

Die dramatischen Folgen des durch unsere Art zu leben verursachten Klimawandels liegen auf dem Tisch – bereits in 10, 20, 30 Jahren werden diese den heute 30-50 Jährigenden, auf jeden Fall aber deren Kindern und Enkeln, das Leben in einer »Endwelt« bescheren. Die »davon habe ich nichts gewusst« – Nummer und dann so weitermachen wie bisher, »zieht« nicht mehr, werden Ihre Kinder Ihnen irgendwann vorhalten, wenn SIE sich jetzt nicht ändern! Unsere Art zu leben, hervorgehend aus einem Wirtschaftssystem mit seinen zwingenden Gesetzmäßigkeiten eines stetigen Wirschaftswachstums, der daraus resultierende Ressourcenverschwendung für die Erzeugung von (Wegwerf)Produkten aller Art, die mit dieser Produktionsweise verbundene Müllerzeugung und die aus alle dem wiederum folgende Umweltzerstörung haben diesen Planeten ökologisch an den Rand des Kollaps geführt – mit der Klimakatastrophe steht tatsächlich der Fortbestand der Menschheit in Frage. Es ist unser aller moralische und ethische Pflicht ab sofort richtig und Weise zu agieren und zwar mit einer vollständigen Neubewertung unseres Handelns. Nur auf die anderen zu schauen bringt Stillstand und wie sich bedauerlicherweise zeigt sich auf Wirtschaft oder Politik zu verlassen, das Gleiche.

WIR müssen uns einschränken, aber ICH nicht – das ist die dominierende Haltung der Mitglieder westlicher (Konsum)Kulturen.

Udo Kuckartz, 2. Spiekerooger Klimagespräche, November 2010

Der eigenen Realität ins Auge schauen und das Kind beim Namen nennen

Riesige Dickschiffe mit viel CO2-Emissionen. 2 Tonnen Auto um 80 kg Mensch zu bewegen? Peinliche Unvernunft aus dem letzten Jahrhundert.

Das notwendige Handeln ist nicht schwer, wenn einmal die Einsicht in die Notwendigkeit gewonnen ist: Wer von den dramatischen Folgen des Klimawandels weiß, kann sich eigentlich nicht mehr in einen SUV oder einen anderen, wuchtigen Klimazerstörer, mit einer grundlegenden Technik aus dem 19. Jahrhundert (Verbrennungsmotor), setzen. Oder doch? Wenn Sie dies dennoch tun, oder weiterhin munter Kurzstrecken mit dem Auto fahren, dann sind Sie ganz zweifellos mitverantwortlich für die verheerenden Folgen des Klimawandels – es gibt keine Ausrede oder Rechtfertigung. Begreifen Sie es, diese Zeit ist im Rahmen der Entwicklung passé! Ähnlich wie beispielsweise beim Thema »Tabakkonsum« werden die Folgen des Klimawandels heute noch immer von vielen mit einem Handstreich ausgeblendet, da diese Folgen zum einen (noch) nicht unbedingt direkt spürbar sind, und zum anderen die alle Schädigende »Unvernunft« auf irgendeine Weise persönlich Freude bereitet. Relativierungen für die eigene, aus rationaler Sicht oft akzeptierte Unvernunft, helfen die eigene, heile Welt zu erhalten. Bei RaucherInnen ist es Altkanzler Helmut Schmidt als kettenrauchender 97 Jähriger – ausgeblendet wird, dass die »Causa Schmidt« ein Einzelfall und nicht die Regel ist, denn tatsächlich sterben in Deutschland jedes Jahr knapp 900.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Beim Klimawandel ist es ähnlich, hier relativieren die abstrusesten »Theorien« der Klimawandelskeptiker die eigene Unvernunft – ausgeblendet wird, dass die vorhergesagten Klimawandelfolgen aber Konsens der Wissenschaft ist und nicht irgendwelche Meinungen oder Deutungen aus Glaskugeln sind. Unangenehme Dinge leugnen hat nicht nur in Deutschland Tradion.

All dies ist kein erwachsendes Handeln. Ein solches Handeln, welches unter Ausblendung der langfristigen Folgen nur auf die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung ausgelegt ist, ist ein Handeln, welches auf einer kindlichen Entwicklungsstufe zurückgeblieben ist.

All dies sind möglicherweise Fakten, die hier und dort Entrüstung hervorrufen mag, aber beim Blick auf den Zunehmenden Autoverkehr und andere Narrheiten wird Zeit, dass dieses »Kind beim Namen genannt« wird. Daher, machen Sie sich bitte immer wieder klar, dass die Folgen eintreten werden und dass »der Schmidt« Wunschdenken ist!

Als »KlimaretterIn« gehen Sie beharrlich den Weg der Vernunft

Und das ganz gleich ob andere (noch) ignorant und bequem bleiben, denn klimafreundlich zu leben geht eigentlich ganz einfach. Klimaengagement zu leben ist lediglich eine Folge von kleineren und größeren Entscheidungen, bei denen es immer darum geht den CO2-Ausstoß, beziehungsweise den Ausstoß anderer, klimaschädlicher Gase zu verringern. Und nicht nur dass, mit wachsenden Wissen über die Folgen des Klimawandels werden die neuen Verhaltensmuster zunehmend positiv behaftet und als »Genuss an der praktizierten Vernunft« vom Individuum selbst wahrgenommen werden.

Zudem wird die Macht »des Verbrauchers« von den VerbraucherInnen selbst oft unterschätzt. Dabei ist es häufig die Summe kleiner Veränderungen, die zu großen Umbrüchen führt: Menschen, die umweltfreundliches Verhalten vorleben, bringen andere zum Nachdenken – auch wenn diese möglicherweise anfänglich noch witzeln mögen. Bereits die nächste Hiobsbotschaft zum Klimawandel kann den Anstoß zum Umdenken und Neuhandeln geben, auch indem sich an das Vorbild der anderen erinnert wird. So entstehen immer mehr Inseln der Vernunft, die alle immer auch gleichzeitig Vorbilder sind.

Wir haben in weiten Bereichen unseres Lebens die Möglichkeit Treibhausgase zu reduzieren. Die Bereiche Mobilität, Energie, Ernährung, Konsum und Heizen gehören dazu.

Aber es gibt auch Bereiche, auf die wir selbst im Moment keinen direkten Einfluss haben – die sogenannten Emissionen aus der Energiebereitstellung. Dass sind all die Bereiche, die wir nutzen, beziehungsweise in Anspruch nehmen, welche aber noch durch die überwiegend in Deutschland durch Kohleverstromung erzeugte Energie gespeist werden: Allein dadurch, dass für jeden Straßen, Krankenhäuser, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Universitäten usw. betrieben und bereitgehalten werden, oder ganz einfach industrielle Produktion stattfindet, entfallen auf jede BundesbürgerIn derzeit 1,5 – 2,5 Tonnen Kohlendioxid aus der dafür notwendigen Kohleverstromung pro Jahr zusätzlich. Diese Emissionen können nur verringert werden, indem wir uns für eine Energiewende einsetzen auch indem wir vorleben, wie es anders geht. Wir müssen aufhören, darauf zu warten, dass jemand anders das Problem für uns löst! Letztlich gibt es keine klimafreundlichen Produkte – nur einen klimafreundlichen Lebensstil!

Klimaengagement heißt verantwortlich handeln – Los gehts!

Gegenwärtig emittieren die BundesbürgerInnen 12,5 Tonnen Kohlendioxid pro Person und Jahr in die Atmosphäre. Klimaverträglich wäre eine Emission von 2 Tonnen pro Person und Jahr, die jeder Mensch ab 2050 nicht mehr übersteigen darf, wenn die Erde ein lebensfreundlicher Ort bleiben soll. Wie aber bereits im Absatz zuvor geschildert, gelingt es heute selbst ökologisch konsequenten Personen und Familien dieses Ziel nicht zu erreichen, sofern diese innerhalb unserer heutigen Industriegesellschaft leben. Allenfalls eine Halbierung der gegenwärtigen Emissionen ist derzeit möglich, was aber schon ein enormer Erfolg ist, denn wenn sich der Wert auf einen Wert von etwa 4,7 – 5 Tonnen Kohlendioxid mehr als halbieren würde, ergebe dies schon fast 2/3 Treibhausgase weniger als derzeit emittieren! Und diese Reduzierung ist wie gleich zu sehen sein wird auch innerhalb dieser Gesellschaft vielen möglich, denn unsere täglichen Entscheidungen darüber, was wir konsumieren, haben weltweite Auswirkungen:

JedeR kann den eigenen CO2-Fussabdruck mit etwas guten Willen und Organisation deutlich senken und gleichzeitig durch den dadurch bewussteren Konsum die Wirtschaft zum Umdenken zwingen. Nutzen Sie Ihre Verbrauchermacht! Denn wie und was wir konsumieren, bestimmt unser Klima!

Beim eigenen Klimaengagement sind letztlich zwei grundsätzliche Verhaltensregeln entscheidend:

1. Alles, was mit Verbrennung zu tun hat, muss reduziert werden!
2. Alles, was verbrennungslos klimaschädliche Emissionen erzeugt, ebenso!

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⇒ Quellenindikator und Hinweis auf weiterführende Informationen zu diesem Thema:

Der Inhalt dieser Seite und der anderen Unterseiten der Sektion »Klimaengagement« rekurriert sich aus der ›Greenpeace‹ Publikation »Für eine Welt ohne Wetterchaos«, dem Onlineportal des ›Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit‹ und des ›Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur‹.

⇔ Weiterführende Links:

Die ›Klima-Seiten‹ von Greenpeace: www.greenpeace.de/themen/klimawandel.
Die ›Klima-Publikation‹ von Greenpeace: Für eine Welt ohne Wetterchaos (pdf-Dokument)
Internetportal des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit: www.bmub.bund.de
Internetportal desBundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur: www.bmvi.de
NABU Informationen zu Fassadenbegrünungen: www.nabu.de
Informationseiten zum Thema Verkehr von Greenpeace: www.greenpeace.de/themen/energiewende/mobilitaet/mit-vollgas-ins-klimachaos