Extreme Hitze nimmt weltweit stark zu

In seinem heute veröffentlichtem Beitrag »Extrem heiß!« beschreibt der deutsche Klimatologe Stefan Rahmstorf vom PIK in Potsdam, dass die extreme Hitze weltweit stark zunimmt. Die Auswertung der Messdaten zeigt, dass es von 1950-1980 in jedem Monat typischerweise auf 1 bis 3 % der Landfläche sehr heiß war – inzwischen trifft dies auf 10 bis 20 % der Landfläche zu.

Prozentsatz der globalen Landfläche, auf der die Monatstemperaturen eine, zwei oder drei Standardabweichungen über dem örtlichen klimatischen Mittelwert 1950-1980 lagen. Zwei Standardabweichungen (orange) könnte man als „sehr heiß“ bezeichnen, drei Standardabweichungen (dunkelrot) als „extrem heiß“. Quelle: Coumou and Robinson 2013, entnommen von www.scilogs.de

Europa erlebt in diesem Jahr bereits die zweite große Hitzewelle dieses Sommers. Am 5. Juli wurde eine in Deutschland nie zuvor gemessene Temperatur erreicht: 40,3 °C in Kitzingen. Bereits am 7. August wurde dieser Jahrhundertrekord erneut eingestellt. Einzelne Hitzewellen gab es in der Vergangenheit immer und diese Ereignisse werden von KlimawandelleugnerInnen gezielt herausgepickt, um damit den wissenschaftlichen Konsens über die globale Klimaerwärmung in Frage zu stellen, betrachtet man jedoch die Temperaturdaten in ihrer Gesamtheit wird schnell klar und es erscheint unstrittig, dass extreme Hitze seit Jahrzehnten systematisch und stark zunimmt. Danach war es extrem heiß bis 1980 fast nie, inzwischen aber herrschen ständig auf einigen Prozent der Landfläche solche außergewöhnlichen Bedingungen.

»Diese Zunahme extremer Hitze ist leicht mit dem globalen Erwärmungstrend zu erklären. Nehmen wir einmal folgendes an: der Mittelwert der Temperatur steigt wie beobachtet, die zufälligen Wetterschwankungen um diesen Mittelwert herum bleiben dagegen unverändert. D.h. die statistische Verteilungsfunktion der Temperaturen verschiebt sich in Richtung wärmer, behält aber ihre bisherige Form. Dann kann man leicht ausrechnen, in welchem Ausmaß Hitzeextreme zunehmen sollten. Die beobachtete Zunahme ist konsistent mit dieser einfachen Annahme.«

Welche Rolle spielt der El Niño, welcher derzeit im tropischen Pazifik herrscht? Ein Blick auf die Messreihen legt nahe, dass sich in Jahren nach einem El Niño Hitzeextreme besonders häufen, beispielsweise 1983, 1998 und 2010. Auf der anderen Seite kann El Niño aber nicht allein der dominante Effekt sein, denn 2005 hat El Niño praktisch keine Spuren in der Statistik hinterlassen. Auch in den Jahren 1950-1980, in denen es natürlich auch El Niño Ereignisse gegeben hat, gab es nie so viel Hitze wie heute schon in jedem normalen Jahr ohne El Niño. Der Hauptgrund für die aktuelle Häufung von Hitze ist also schlicht die von uns verursachte globale Erwärmung.

Quelle: www.scilogs.de/klimalounge/extrem-heiss/

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