3. Ernährung

Bio-Gemüse vom Wochenmarkt. Nicht nur klimaschonend, sondern persönlich, probierbar, giftfrei und nachhaltig.

Die Ernährung ist ein weiterer, entscheidender Bereich für aktiven Klimaschutz, denn die konventionelle Landwirtschaft ist ein echter Klimakiller.

Wer weiterhin verstärkt auf Bio-Ernährung setzt, ernährt sich nicht nur giftfrei und wird immer wieder von nicht für möglich gehaltenen Genusserlebnissen überrascht, sondern schützt aktiv das Klima, denn die industrielle Landwirtschaft produziert 1/6 aller Treibhausgase, während biologische Landwirtschaft in vielerlei Hinsicht nachhaltig handelt. Sie schützt im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft die Böden, erhält die enorm wichtige Biodiversität und ist giftfrei.

Suchen Sie sich Ihre Lebensmittel im Bioladen oder am Biostand auf Wochenmärkten aus – möglichst aus der Region stammend. Hier wird selbst das Einholen zum Genuss, da man noch mit »echten« Menschen sprechen kann, die ihre Ware aus wirklicher Überzeugung oft selbst produzieren – anstatt nur auf die Etiketten der eingeschweißten Verpackungen im Supermarkt stieren zu dürfen. Man trifft hier ausnahmslos auf Menschen, die einen freundlich beraten – über die Produkte selbst, deren Herkunft und auch probiert werden darf eigentlich immer oder den Kindern werden ein paar Extrakirschen oder Weintrauben in die Hand gedrückt – unmöglich beim Discounter. Sagen Sie adios Aldi, Lidl und Co!

Diese Verhaltensänderung ist nicht nur klimafreundlich, sondern führt Sie zudem zu nicht für möglich gehaltenen Genusserlebnissen: Wer beispielsweise einmal eine »Demeter Vollmilch« aus der Glas-Pfandpflasche genossen hat, wird fassungslos erkennen, was jahrelang an einem vorbei gegangen ist – selbst wenn vielleicht schon Bio-Produkte vom Discounter verwendetet wurden. Bei letzteren handelt es sich nämlich nur um das Bio-Siegel der Europäischen Union, welches nur unteres Bio-Level gewährleistet – da geht nach oben noch einiges! Achten Sie auf Demeter und Bioland. Gleiches gilt für »Bioland Tomaten« vom Wochenmarkt,»Bioland Broten« und für viele viele andere Produkte.

Und zu guter Letzt werden Sie Nahrungsmittel ab sofort viel bewusster und ganzheitlicher verwenden und wirken zudem wirksam der Lebensmittelverschwendung entgegen – denn weggeworfen wird fast nichts mehr!

Fleischkonsum – einer der größten Klima- und Umweltkiller

Ehemaliger Regenwald durch Erosion unwiederbringlich zerstört: Vom Lebensraum hunderttausender Arten zur Mondlandschaft. Bild: Mittendrin

Der weltweit zunehmende Fleischkonsum ist für das Klima tödlich: Die Tierzucht verursacht heute mehr Treibhausgase als alle Autos dieser Welt zusammen. Für die Rinderhaltung werden von Großgrundbesitzern riesige Flächen Regenwaldes abgeholzt und die Reste abgebrannt, um Flächen für Weidelandschaften der Rinder oder zum Anbau von Soja zum Füttern der Rinder zu gewinnen. Das Fatale daran: Die Böden des Regenwaldes haben im Gegensatz der Böden unserer Wälder nur eine ganz dünne Humusschicht, da es im Regenwald keine Jahreszeiten gibt und somit nicht wie bei uns jeden Herbst riesige Mengen Blätter herabfallen und sich auf dem Boden zu Humus wandeln. Nach dem Fällen der Regenwaldbäume sind diese Flächen nach kurzer Zeit noch kraftloser und die letzten Reste des Humus werden zudem durch die stetigen Regenfälle und durch Erosion weggespült. Zurück bleiben Mondlandschaften, auf denen nie wieder Regenwald entstehen kann. Und ja, auch für deutsches Fleisch geht Regenwald verloren, denn deutsche Rinder werden mit dem dort angepflanztem Soja gefüttert! (Tipp: Die Filmbeiträge zum Thema Regenwaldzerstörung im Kids Corner sind auch für Erwachsene sehr sehenswert.)

Bei der Tierzucht selbst entsteht Methan, was 28-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid ist, außerdem entweicht beim Verwenden von Kunstdünger oder bei zu viel Tierdung das hoch treibhauswirksame Lachgas. Lachgas ist 265-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Damit ist die konventionelle Landwirtschaft der Sektor, der für den größten Beitrag an nicht kohlendioxidbedingten Treibhausgasen verantwortlich ist.

Auf den bundesdeutschen Durchschnitt gesehen macht der Umstieg auf konsequente Bio-Ernährung etwa eine Einsparung von 1-2 Tonnen Kohlendioxid/Jahr pro Person aus.

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