Klimaskeptiker-Thesen vom Bundeswirtschaftsministerium 

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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von Korruption durchsetzt. Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Die Zeit scheint gekommen, indem die Interessen und Finanzquellen hinter den in manchen Medien lange durchaus beliebten »Klimaskeptiker«-Thesen auch für Journalisten interessant werden und aufgedeckt werden. So ermitteln Staatsanwaltschaften bspw. gegen die Ölfirma Exxon wegen vorsätzlicher Klima-Desinformation und durch den Bankrott von US-Kohlefirmen wie Peabody kommen weitere Unterlagen an die Öffentlichkeit, in denen die Finanzierung von »Klimaskeptikern« belegt werden. Deutschland offenbart Verstrickungen bis in die oberen, politischen Institute: In den 2000er Jahren verbreitete die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in der Politik und über die Medien mittels Hochglanzbroschüren und einem populärwissenschaftlichen Buch die These, dass CO2 womöglich keine wichtige Rolle für den Klimawandel spielt.

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Das große Verarschen: Hybridautos

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Hybridfahrzeuge – die Klimaschutz-Lachnummer. Zwischen 500 Metern und 5 Kilometern können diese Blechungetüme rein elektrisch zurücklegen.

Jaja, unsere Industrie. Die Verantwortlichen halten die Kundinnen und Kunden von Hybrid-Autos offenbar für beschränkt und diese sind es vermutlich auch, wenn sie denn auf die bunten Werbe-Wolkenkuckucksheime dieser »Green-Washing-Pinocchios« hereinfallen. Denn mit ein wenig Interesse könnte jeder und jede dahinterkommen, dass die praxisfernen Mond-Angaben, welche auf dem Papier suggerieren Hybridmodelle seien sparsam und umweltfreundlich, nichts als ein schlechter Witz sind.

Die Verbrauchsangaben bei Hybridmodellen, also Autos mit kombiniertem Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor, sind für viele Pkw-Käuferinnen und Käufer neben dem Kaufpreis ein wichtiges Kaufkriterium. Das ergab eine Studie des CAR-Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Doch die Werte, mit denen die Hersteller ihre Fahrzeuge bewerben, haben mit der Realität so viel zu tun, wie beispielsweise Puh der Bär mit einem realen Bären.

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Alles wie gehabt – Auch die Politik distanziert sich von Paris

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Wieder auf Linie. Gabriel in der Märchenwelt der Kohlelobby. ©A.Savin / via Wikimedia Commons

Wirtschaft und Politik leben weiterhin in einer Parallelwelt. Nachdem die Industrie durch BDI-Präsident Grillo bereits am 2. Januar  deutlich machte, dass sie die Beschlüsse von Paris nicht im geringsten interessieren, stimmen nun auch nach und nach Vertreter der Politik in das alte »weiter so wie bisher« – Liedchen ein. Die Lobbyisten haben im Hintergrund ihre Fäden gezogen und die Politik im Sack und es wird immer offenkundiger – Paris war eine Scheinveranstaltung zur Beruhigung der Massen. Die notwendige Veränderung des Landes werden ausschließlich die zahlreichen Aktivitäten der »normalen Menschen« vorantreiben, die oft unbemerkt von der Öffentlichkeit agieren.

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BDI-Präsident Grillo erklärt die Zeit der Vernunft für beendet: Industrie warnt vor übertriebenen Kohleausstiegsplänen

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Ein Fossil für Fossiles: Ulrich Grillo vom BDI ©RudolfSimon / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Ein Kommentar von Klimus

Drei Wochen hat es die deutsche Industrie nach dem Pariser Klimaschutzabkommen geschafft, sich zurückzuhalten. Die Karenzzeit erklärt nun der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo für beendet. Wie gehabt bedient sich der Chef-Lobbyist dabei gewohnter Horrorszenarien, welche eine bevorstehende Steinzeit am Horizont skizzieren, wenn die Wirtschaft tatsächlich in der Zukunft einmal vernunftorientiert und nachhaltig produzieren müsste. Das Beschwören des Untergangs des Abendlandes ist als Standard-Masche nichts außergewöhnliches – außergewöhnlich hingegen ist das puerile Niveau, mit dem sich der BDI-Präsident an die Öffentlichkeit traut.

Nach den Beschlüssen von Paris im Dezember 2015 stehen bis Mitte 2016 Gespräche zwischen Umweltministerin Hendricks und der Industrie über den Ausstieg aus der fossilen Energie an. Dieser, wie inzwischen jedes Kind weiß, für diesen Planeten überlebensnotwendige Ausstieg, ist allerdings in der auf Eindimensionalität fußenden, barocken Vorstellung der deutschen Wirtschaft ausschließlich mit Begriffen wie »Kosten« oder »Profitbeschränkung« assoziert – Begriffe wie »Chance« oder »Progress« hingegen offenbaren sich den reaktionären, umweltzerstörerischen Dinosauriern aus Wirtschaft und Industrie als fremd. Mehr lesen

Paris – Ein kurzes Zwischenfazit

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Staats- und Regierungschefs am Beginn des Gipfels. Foto: © Presidencia de la República Mexicana / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Die erste Woche in Paris ist rum – es ist Halbzeit. Was gibt es zu berichten? Engagierte, an einem Strang ziehende Klimadiplomaten, die obstinationsfrei eine gemeinsame Lösung für die Menschheit suchen? Oder das übliche Spielchen mit den kurz- und mittelfristigen ökonomischen Interessen?

Die Antworten: Nein. Ja. Punkt. Der Klimagipfel ist kein Klimagipfel, er ist in Wirklichkeit ein Wirtschaftsgipfel. So fasst es der Kollege von klimaretter.info Joachim Wille kurz und bündig zusammen. Mehr lesen

Deutschland: Der Etikettenschwindel des Klima-Primus. Eine Analyse.

Deutschland ist entgegen der eigenen Darstellung bedauerlicherweise ein Negativbild im Engagement gegen den Klimawandel. Eine positive Charakterisierung von Bundeskanzlerin Merkel als »Klimakanzlerin« erweist sich als Etikettenschwindel.

90 Prozent der schädlichen CO2-Emissionen muss die Welt bis 2050 einsparen und gleichzeitig überschüssiges CO2 aus der Atmosphäre entfernen, wenn der Klimawandel und die sich daraus entwickelnden Katastrophen begrenzt werden sollen. In diesem Ziel sind sich die UN-Klimaexperten einig und so haben die europäischen Regierungen kürzlich beschlossen, bis zum Jahr 2030 insgesamt 40 Prozent Treibhausgas-Minderung zu erreichen. Die deutsche Bundesregierung hat darüber hinaus das selbst gesteckte Ziel, den Treibhausgasausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, bekräftigt. Diese vollmundige Ansage ist die Grundlage der deutschen »Klimavorreiter-Münchauseniade«. Dies ist keine Meinung, sondern das zeigen die Zahlen des Umweltbundesamtes auf (siehe Grafik):

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Aus diesen Zahlen entnehmen wir zunächst einmal, dass in den verstrichenen 25 Jahren von den anvisierten 40 Prozent immerhin schon 27 Prozent geschafft sind – für die fehlenden 13 Prozent blieben noch 5 Jahre Zeit. Das sieht zwar sportlich aus, aber mit ein bisschen Glück könnte dies vielleicht doch zumindest annähernd geschafft werden – so erscheint es zumindest.

Wenn man aber genauer hinsieht, dann wird deutlich, das Deutschland die anvisierten 40 Prozent definitiv nicht erreichen kann und wird.

Warum ist das so? Beim Betrachten der Kurve fällt auf, dass die größte Reduktion der Treibhausgasemissionen in den Jahren von 1990 bis 1995 erzielt wurde – insgesamt fast 11 Prozent der bisherigen 27 Prozent – das sind satte 40 Prozent der bisher gesamt erzielten Reduktion, und das in nur 5 Jahren. Leider aber beruhte dieser Fortschritt nicht etwa auf Energieeinsparungen in den alten Bundesländern – im Gegenteil, in den alten Bundesländers legten die Treibhausgasemissionen in diesen Jahren sogar noch zu – sondern resultierte hauptsächlich auf dem wirtschaftlichen Umbruch in den neuen Bundesländern, indem dort alte und marode, schwerst CO2-lastige Industrien und andere Bereiche reihenweise ausgemustert wurden. Nach 5 Jahren war dieser Effekt dann bereits verpufft. Mehr lesen

20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen

Noam Chomsky. Credits: Duncan Rawlinson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

»Die Staatengemeinschaft rede seit 20 Jahren diplomatisch über den Klimawandel und habe somit Zeit gehabt, die Transformation anzuschieben.«

Es tut sich zu wenig, obwohl die Aussagen der ernst zu nehmenden Wissenschaft eindeutig sind und jeden Tag neue Meldungen hinzukommen. Der menschengemachte Klimawandel ist in vollem Gange. Der Club of Rome, der wohl bedeutendste »Think Tank« der Erde, prognostizierte bereits 2012: »Die menschengemachte Freisetzung von Treibhausgasen wird noch bis 2030 steigen und erst dann zurückgehen – dies sei allerdings 15 Jahre zu spät, um noch zu verhindern, dass sich die mittlere Erdtemperatur nach 2052 um mehr als zwei Grad erhöhe.« Eine Katastrophe für die Menschheit und Club of Rome-Klimaforscher Jorgen Randers machte deutlich: »Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie ihre Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetzt.«

Dennoch lamentiert das wirtschaftlich-politische System bis heute über Kosten hier und da und kann sich nicht dazu entschließen das anzupacken, was angepackt werden muss. Dabei haben wir die Technologie und auch die Ressourcen, um das Projekt »Weltrettung« innerhalb kürzester Zeit zu den Akten legen zu können. Stattdessen wird aufgrund kurzsichtiger Profitsucht mit dem höchst denkbaren Einsatz gespielt, den man sich vorstellen kann – der allgemeinen Lebensgrundlage, dem Ökosystem Erde. Sind die warnenden Worte Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith schon vergessen? »In unserem Jahrhundert hat die Menschheit die Möglichkeit, ihre eigene Lebensgrundlage zu vernichten.« Mehr lesen

Elektro-Mobilität? Alles Märchen.

Diese ARD-Dokumentation legt eindrucksvoll dar, wie Politik und Industrie gemeinsam die CO2-Vorgaben aus Brüssel aushebeln und damit unverblümt zeigen, dass sie kein Interesse daran haben, die E-Mobilität voranzubringen.

Diese Dokumentation ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie man einen komplexen Sachverhalt kritisch analysiert, ohne sich in Details zu verstricken. Katharina Adami und Josef Streule haben in der Praxis getestet, was in der Theorie so gut klingt: Wo steht Deutschland in Sachen Elektromobilität im internationalen Vergleich, sind die Autos überhaupt alltagstauglich, und wie sieht es mit dem anscheinend sagenhaft niedrigen Verbrauch der Hybridfahrzeuge aus? Deutschland ist im Bereich E-Mobilität ein echtes Entwicklungsland – auch was die Infrastruktur der Ladestationen angeht.

Der Titel nimmt das Fazit vorweg: alles Märchen. Bewusst herbeigeführt, geschönt mit ausschweifenden Floskeln. E-Autos werden bewusst teurer abgeboten, obwohl sie in der Herstellung günstiger sind – das Statement von Julian Weber, Leiter E-Mobilität BMW AG, dazu ab Minute 11 wirkt schon etwas deplatziert arrogant.

Die deutsche Automobilindustrie kassiert Millionen Subventionen an Steuergeldern für die Entwicklung von E-Fahrzeugen, obwohl sie Milliaden Gewinne einfahren. Sie rechnen mit unglaublichen Tricks ihre Normverbräuche und CO2-Vorgaben der Flotte schön – Abweichungen von 100 Prozent offenbaren die Alltags-Praxistests, und das ganz legal! Steinzeitliche Dickschiffe, wie SUVs werden mit Hybridmotor ausgerüstet – das mag gut für das Umweltbewusstsein des Steinzeitlichen-SUV-Fahrers sein, aber im E-Betrieb reicht die Energie ganze 31 Kilometer.

Die Liste der in dieser Dokumentation anschaulich vorgeführten Absurditäten scheint schier endlos. Sehenswert!

(Quellenhinweis: Video extern von YouTube eingebettet.)

Dokumentation: »Die story im Ersten: Das Märchen von der Elektro-Mobilität« Sendetermin TV: Montag, 10.8., ARD, 23.15 Uhr

Deutschland: Energiewende ohne Kohleausstieg?

Die von den G7-Staaten beim Gipfel in Elmau beschlossene und weltweit erleichtert aufgenommene Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe dieses Jahrhunderts soll nun ohne den Ausstieg aus der Kohle oder anderen fossilen Energieträgern auskommen. Wie das gehen soll? Mit Luftschlösschen, gezielten Ausblenden von Realitäten und Augenwischerei – ganz vorn mit dabei, die deutsche Bundesregierung.

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Bundesregierung. Bild: Tobias Koch / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Seit Jahrzehnten genießt Deutschland den Ruf des Klima-Primus – leider unverdient. Denn die vorzuweisende Reduktion von Treibhausgasen nach 1990 als Startmarke wurden großteils durch die Abschaltung der maroden ostdeutschen Braunkohlekraft und der veralteten und CO2-intensiven Ost-Wirtschaft geschafften und nicht etwa durch bedeutende, strukturelle Maßnahmen zur allgemeinen Reduktion von Energie der »Realwirtschaft«, beziehungsweise den vollzogenen Energiewendebemühungen, wie es immer gern dargestellt wird. Mehr lesen

Firmenchefs weiterhin im „Neandertal“

Groß, schwer, dick und meist dunkel. Wer hat die größte Keule? Der Neandertaler in der Neuzeit. Foto: Robert Basic / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

In Deutschland bewegt sich was in Richtung Vernunft und Nachhaltigkeit. Leider nicht überall, denn die teuren Plätze bleiben häufig unvernünftig und rückständig.

Während immer mehr Unternehmen bei der Anschaffung von Fahrzeugen für ihre MitarbeiterInnen auf niedrigen Spritverbrauch und Klimagasemissionen achten, können sich nur wenige FirmenchefInnen zu einer ähnlich vorbildlichen Handlungsweise durchringen. War im Neandertal der mit der größten Keule der ›Silberrücken‹ der Gruppe, so ist es heute im Imageverständnis vieler FirmenchefInnen der oder die mit dem größten und schwersten Dienstwagen. Dieses vor der Tatsache der drohenden Klimakatasthrophe hoffnungslos rückständige Steinzeitverhalten offenbart das Ergebnis der sechsten Dienstwagenabfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 194 börsennotierten und mittelständischen Unternehmen. Hier wurde nach dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß des Fahrzeugs des/der Vorsitzenden, der Vorstandsflotte und der Unternehmensflotte gefragt und es sollten Angaben zu ihrer Mobilitätsstrategie gemacht werden. Grundlage für die Bewertung ist eine Punkteskala in vier Kategorien, an Hand derer grüne, gelbe oder rote Karten vergeben werden. Mehr lesen