Klimaskeptiker-Thesen vom Bundeswirtschaftsministerium 

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Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) von Korruption durchsetzt. Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Die Zeit scheint gekommen, indem die Interessen und Finanzquellen hinter den in manchen Medien lange durchaus beliebten »Klimaskeptiker«-Thesen auch für Journalisten interessant werden und aufgedeckt werden. So ermitteln Staatsanwaltschaften bspw. gegen die Ölfirma Exxon wegen vorsätzlicher Klima-Desinformation und durch den Bankrott von US-Kohlefirmen wie Peabody kommen weitere Unterlagen an die Öffentlichkeit, in denen die Finanzierung von »Klimaskeptikern« belegt werden. Deutschland offenbart Verstrickungen bis in die oberen, politischen Institute: In den 2000er Jahren verbreitete die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in der Politik und über die Medien mittels Hochglanzbroschüren und einem populärwissenschaftlichen Buch die These, dass CO2 womöglich keine wichtige Rolle für den Klimawandel spielt.

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Politik wusste bereits seit Jahren von den Abgasbetrügereien

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, CSU. Hand in Hand mit der Autolobby. Foto: Michael Lucan, CC-BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Schon seit Jahren liegen der EU-Kommission Informationen dazu vor, dass Autohersteller bei den Abgaswerten von Dieselautos lügen und betrügen. Dies offenbaren interne Dokumente, welche erkennen lassen, dass das Wissen über den Skandal bis in die Mitte der 2000er Jahre zurückreicht. Jahrelang geschah nichts. Den Spiegel Online und The Guardian vorliegenden Dokumenten ist zu entnehmen, dass es sowohl innerhalb der Kommission als auch mit Regierungen der EU-Staaten ein jahrelanges Hin und Her gab – und dass auch die Bundesregierung bereits 2012 an Treffen beteiligt war, in denen es um Abgasmogeleien ging, die dann im September 2015 im Zuge des VW-Skandals bekannt wurden.

Experten beobachten bereits früh ein seltsames Phänomen: Die Luftqualität in Städten verbessert sich weniger schnell, als es angesichts der strenger werdenden Auto-Abgasvorschriften zu erwarten wäre. Eine gemeinsame Forschungsstelle, das Joint Research Centre (JRC), wurde mit der Messung des Abgasausstoßes im realen Fahrbetrieb beauftragt und stellte fest, dass der Stickoxid-Ausstoß von Dieselfahrzeugen im realen Fahrbetrieb viel höher ist, als in den Labortests. 2008 werden erste Ergebnisse in einem Fachblatt veröffentlicht, und diese fanden auch ihren Weg in die Kommission. Am 8. Oktober 2010, also rund drei Jahre nach den JRC-Tests, heißt es in einem internen Schreiben, es sei wohlbekannt, dass es eine Diskrepanz zwischen den Emissionen von Diesel-Autos bei der Typenzulassung und im normalen Fahrbetrieb gebe. Mehr lesen

Das große Verarschen: Hybridautos

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Hybridfahrzeuge – die Klimaschutz-Lachnummer. Zwischen 500 Metern und 5 Kilometern können diese Blechungetüme rein elektrisch zurücklegen.

Jaja, unsere Industrie. Die Verantwortlichen halten die Kundinnen und Kunden von Hybrid-Autos offenbar für beschränkt und diese sind es vermutlich auch, wenn sie denn auf die bunten Werbe-Wolkenkuckucksheime dieser »Green-Washing-Pinocchios« hereinfallen. Denn mit ein wenig Interesse könnte jeder und jede dahinterkommen, dass die praxisfernen Mond-Angaben, welche auf dem Papier suggerieren Hybridmodelle seien sparsam und umweltfreundlich, nichts als ein schlechter Witz sind.

Die Verbrauchsangaben bei Hybridmodellen, also Autos mit kombiniertem Antrieb aus Verbrennungs- und Elektromotor, sind für viele Pkw-Käuferinnen und Käufer neben dem Kaufpreis ein wichtiges Kaufkriterium. Das ergab eine Studie des CAR-Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Doch die Werte, mit denen die Hersteller ihre Fahrzeuge bewerben, haben mit der Realität so viel zu tun, wie beispielsweise Puh der Bär mit einem realen Bären.

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Uni Kiel tritt in die Pedale – Startschuss für das campusrad

Die Studentinnen Sinja Dittmann und Stefanie Knutz entwickelten mit Kommilitoninnen im yooweedoo-Wettbewerb die Idee zum campusrad. Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

Die Studentinnen Sinja Dittmann und Stefanie Knutz entwickelten mit Kommilitoninnen im yooweedoo-Wettbewerb die Idee zum campusrad.
Foto/Copyright: Jürgen Haacks, CAU

Ökologisch sinnvoll, flexibel und schnell können sich Studierende und Angestellte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ab sofort mit dem neuen ›campusrad‹ bewegen. 50 robuste Fahrräder stehen CAU-Angehörigen per Leihsystem zur Verfügung, um zwischen Hörsälen und Verwaltungsgebäuden umweltbewusst hin und her zu fahren.

Nach einer einmaligen Online-Registrierung über das Campusnetz können sich Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über »Call a Bike«, dem Fahrradmietsystem der Deutschen Bahn, anmelden. Der Weg zwischen den Gebäuden an der Uni Kiel wird dann mit wenigen Klicks auf eine kleine Sporteinheit verkürzt. Die ersten dreißig Minuten sind für alle CAU-Nutzerinnen und -Nutzer kostenfrei – auf dem Campus und auch deutschlandweit. Registrierte Universitätsangehörige erhalten diese Sonderkonditionen auch in den rund fünfzig deutschen Städten, wo der Mietrad-Service von Call a Bike angeboten wird. Wer ein Fahrrad länger als eine halbe Stunde mietet, zahlt acht Cent pro Minute oder neun Euro für den ganzen Tag. Mehr lesen