Energiewende: Leuchtturm Schleswig-Holstein

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Minister Robert Habeck – Hausaufgaben gemacht. ©GrueneSH / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Schleswig-Holstein will bis 2020 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 40% erreichen und bis 2050 um 80-95%. Dieses Ziel gilt auch für die Bundesebene, aber im Gegensatz zum Bund ist Schleswig-Holstein mit seinen bisherigen Bemühungen auf einem deutlich erfolgreicheren Weg zur Erreichung dieses Ziels.

Der Schleswig-Holsteinische Energiewendeminister Dr. Habeck, hatte bereits auf der Podiumsdiskussion im November 2015, im Audimax der Kieler Uni ausgeführt, dass Schleswig-Holstein aufgrund seiner geographischen Lage und des sehr zügig fortschreitenden Ausbaus der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, immer mehr zum Energie-Knotenpunkt zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern wird. Vereinfacht kann man durchaus sagen, dass in einigen Jahren die Windkraft aus Schleswig-Holstein, Dänemark, Norwegen und Schweden (in Skandinavien auch Wasserkraft) den Rest Europas mit Strom versorgen wird.

Bereits seit 2014 erzeugt Schleswig-Holstein soviel Strom mit den eigenen Windkraftanlagen, dass das Land seinen eigenen Strombedarfs decken kann und den mehr produzierten Strom in andere Länder weiter gibt. Und dabei stehen wir erst am Anfang der Energiewende: Nach einer Potenzialanalyse des Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ist damit zu rechnen, dass Schleswig-Holstein bereits in den nächsten zehn Jahren den Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 300 Prozent steigert. Minister Robert Habeck hat seine Hausaufgaben mehr als gemacht und er kann zurecht mit Stolz auf das erreichte schauen.

Zahlen zum Jahreswechsel 2015/2016:

  • 33.000 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 7.000 Megawatt sind am Netz der Schleswig-Holstein Netz AG. Diese produzierten etwa 900 Megawatt mehr als vor einem Jahr. Diese Steigerung innerhalb nur eines Jahres ist vergleichbar mit dem Strom, welches ein sehr großes, konventionelles Kohlekraftwerk, oder zwei normale Kohlekraftwerke, erzeugen.
  • Hinzu kommen 1.300 Megawatt aus mehr als 30.000 Photovoltaikanlagen sowie 430 Megawatt aus Bio- beziehungsweise Deponiegas-Kraftwerken.

Als noch großes Problem stellt sich laut Habeck die Situation mit den Stromtrassen in den Süden dar. Strom wird im Norden noch und nöcher produziert, aber kann nicht nach Süden abgegleitet werden, da die Stromtrassen nicht gebaut werden. So müssen immer wieder Windkraftanlagen zwangsabgeschaltet werden, wodurch die Betreiber mit Nichtabnahmeentschädigungen in mehrstelliger Millionenhöhe abgefunden werden müssen.

Dennoch, Schlewig-Holstein positioniert sich als Motor und Vorbild in Sachen Energiewende. Solcher Leuchttürme bedarf es dringend.

 

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