Alles wie gehabt – Auch die Politik distanziert sich von Paris

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Wieder auf Linie. Gabriel in der Märchenwelt der Kohlelobby. ©A.Savin / via Wikimedia Commons

Wirtschaft und Politik leben weiterhin in einer Parallelwelt. Nachdem die Industrie durch BDI-Präsident Grillo bereits am 2. Januar  deutlich machte, dass sie die Beschlüsse von Paris nicht im geringsten interessieren, stimmen nun auch nach und nach Vertreter der Politik in das alte »weiter so wie bisher« – Liedchen ein. Die Lobbyisten haben im Hintergrund ihre Fäden gezogen und die Politik im Sack und es wird immer offenkundiger – Paris war eine Scheinveranstaltung zur Beruhigung der Massen. Die notwendige Veränderung des Landes werden ausschließlich die zahlreichen Aktivitäten der »normalen Menschen« vorantreiben, die oft unbemerkt von der Öffentlichkeit agieren.

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Energiewende: Leuchtturm Schleswig-Holstein

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Minister Robert Habeck – Hausaufgaben gemacht. ©GrueneSH / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Schleswig-Holstein will bis 2020 eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 40% erreichen und bis 2050 um 80-95%. Dieses Ziel gilt auch für die Bundesebene, aber im Gegensatz zum Bund ist Schleswig-Holstein mit seinen bisherigen Bemühungen auf einem deutlich erfolgreicheren Weg zur Erreichung dieses Ziels.

Der Schleswig-Holsteinische Energiewendeminister Dr. Habeck, hatte bereits auf der Podiumsdiskussion im November 2015, im Audimax der Kieler Uni ausgeführt, dass Schleswig-Holstein aufgrund seiner geographischen Lage und des sehr zügig fortschreitenden Ausbaus der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft, immer mehr zum Energie-Knotenpunkt zwischen Deutschland und den skandinavischen Ländern wird. Vereinfacht kann man durchaus sagen, dass in einigen Jahren die Windkraft aus Schleswig-Holstein, Dänemark, Norwegen und Schweden (in Skandinavien auch Wasserkraft) den Rest Europas mit Strom versorgen wird. Mehr lesen

BDI-Präsident Grillo erklärt die Zeit der Vernunft für beendet: Industrie warnt vor übertriebenen Kohleausstiegsplänen

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Ein Fossil für Fossiles: Ulrich Grillo vom BDI ©RudolfSimon / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Ein Kommentar von Klimus

Drei Wochen hat es die deutsche Industrie nach dem Pariser Klimaschutzabkommen geschafft, sich zurückzuhalten. Die Karenzzeit erklärt nun der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo für beendet. Wie gehabt bedient sich der Chef-Lobbyist dabei gewohnter Horrorszenarien, welche eine bevorstehende Steinzeit am Horizont skizzieren, wenn die Wirtschaft tatsächlich in der Zukunft einmal vernunftorientiert und nachhaltig produzieren müsste. Das Beschwören des Untergangs des Abendlandes ist als Standard-Masche nichts außergewöhnliches – außergewöhnlich hingegen ist das puerile Niveau, mit dem sich der BDI-Präsident an die Öffentlichkeit traut.

Nach den Beschlüssen von Paris im Dezember 2015 stehen bis Mitte 2016 Gespräche zwischen Umweltministerin Hendricks und der Industrie über den Ausstieg aus der fossilen Energie an. Dieser, wie inzwischen jedes Kind weiß, für diesen Planeten überlebensnotwendige Ausstieg, ist allerdings in der auf Eindimensionalität fußenden, barocken Vorstellung der deutschen Wirtschaft ausschließlich mit Begriffen wie »Kosten« oder »Profitbeschränkung« assoziert – Begriffe wie »Chance« oder »Progress« hingegen offenbaren sich den reaktionären, umweltzerstörerischen Dinosauriern aus Wirtschaft und Industrie als fremd. Mehr lesen