Paris – Ein kurzes Zwischenfazit

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Staats- und Regierungschefs am Beginn des Gipfels. Foto: © Presidencia de la República Mexicana / CC BY 2.0 (via Wikimedia Commons)

Die erste Woche in Paris ist rum – es ist Halbzeit. Was gibt es zu berichten? Engagierte, an einem Strang ziehende Klimadiplomaten, die obstinationsfrei eine gemeinsame Lösung für die Menschheit suchen? Oder das übliche Spielchen mit den kurz- und mittelfristigen ökonomischen Interessen?

Die Antworten: Nein. Ja. Punkt. Der Klimagipfel ist kein Klimagipfel, er ist in Wirklichkeit ein Wirtschaftsgipfel. So fasst es der Kollege von klimaretter.info Joachim Wille kurz und bündig zusammen.

Und so ist es. Der COP21 hat sich bisher genau so entwickelt, wie wir es prognostiziert haben – wir erleben das gleiche Geschacher wie bei allen Gipfeln in den 23 Jahren zuvor. Diese Ökonomie ist nicht nur inhuman und zerstörerisch und für den Klima-Schlamassel verantwortlich – sie ist auch aufgrund ihrer inneren Determinanten unfähig zur Transformation. Und so wurden die Spiele von Paris wie eh und je durch teilnahmsvolle Reden der Staats- und Regierungschefs, die zu Beginn des Weltklimagipfels ihren Auftritt hatten, eröffnet und sind inzwischen im Tagesgeschäft der Kompromissfindung in eine konturlose und verschwommene Session verkümmert: Kompromisslinien sind wenn überhaupt nur nebulös zu erahnen, und das für viele Staaten überlebenswichtige 1,5 Grad Erwärmungslimit (statt des Zwei-Grad-Zieles) wurde einstweilen auf Eis gelegt.

Dass in Paris nicht »nichts« rauskommt, dafür wird die Öffentlichkeitsarbeit sorgen – das am Ende vermutlich stehende, nichtverpflichtende »Nicht-Ergebnis« wird schon als großer Coup verkauft werden. Die Zeit dieser Dinosaurier läuft ab. Natürlich lassen wir uns gern überraschen.

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