Faktizitäten zur Kohle

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Rechtzeitig zu Paris: Der Kohleatlas 2015 der Heinrich-Böll-Stiftung. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung

In zwei Wochen tagt in Paris die Weltklimakonferenz. Keine Frage, die Welt blickt in diesen Tagen gebannt in eine der schönsten Städte Westeuropas. Sich zum Gipfel die Fakten über Kohle zu vergegenwärtigen, ist hilfreich, denn Braun- und Steinkohle sind die schmutzigsten Energieträger der Welt – keine anderen emittieren mehr CO2.

Um sich einen umfangreichen Überblick über die ökologischen Fakten »der dreckigen Energieträger« zuteil werden lassen zu können, hat die Heinrich-Böll-Stiftung den Kohleatlas 2015 herausgebracht, welcher wohl eine der umfangreichsten, für die Allgemeinheit veröffentlichten Faktensammlungen zur Kohle darstellt. Dieser Atlas ist wichtig, denn vergessen werden darf nicht, dass wenn die Weltgemeinschaft  das Klimaziel von einer maximalen Temperaturerhöhung von 2 Grad nicht verfehlen will – die »2 Grad-Grenze« gilt den Klimaexperten zwar bereits als gravierend, aber möglicherweise noch handelbar -, dann müssen 80 Prozent der bekannten Kohlereserve im Boden bleiben! Überschreitet die globale Durchschnittstemperatur diesen Wert, wird es prekär.

Warum die Kohle weiterhin boomt ist eindeutig – es geht um das schnelle Geschäft, beziehungsweise getätigte Investitionen auf ein »totes Pferd« sollen den fossilen Energiekonzernen noch maximalst-möglichen, finanziellen Nutzen bringen. Und hier wird der Teil des Kohleatlas interessant, in dem es um das Geschäft mit der dreckigen Energie, um Geld und Einfluss geht. Ferner werden die jährlichen direkten und indirekten Subventionen für die Kohlebranche aufgezeigt, die zwischen 2008 und 2012 sogar noch anstieg: Kein anderes EU-Land gewährt der Kohlebranche mehr durch Steuergelder finanzielle Hilfe als Deutschland – inzwischen sind es knapp zehn Milliarden Euro pro Jahr!

Wer hier bei der Kohleverstromung noch von billiger Energie spricht, verfügt zweifelsfrei über ein Theoriedefizit und werden die gar nicht in die Rechnung mit eingezogenen Summen für gesundheitliche Folgekosten der Menschen, welche aus Erkrankungen der bei der Kohleverstromung entstehenden Umweltproblemen resultieren, mit einbezogen, wird Kohle zum Milliardengrab, ähnlich wie das der Bankenrettung.

Download Kohleatlas 2015 – deutsche Version. (pdf)
Download Kohleatlas 2015 – englische Version.* (pdf) *ergänzte Ausgabe mit Länderreports zu Russland, USA und Indien

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