Forst zeigt höchstes Schadensniveau seit Jahrzehnten

Kraftvolles Grün. Wie lange noch?

Bezogen auf alle Baumarten und Altersstufen zeigen 85,4 Prozent der Bäume Blatt- beziehungsweise Nadelverluste. Das bedeutet: weniger als 15 Prozent der Bäume haben die Rekordhitze und Dürre unbeschadet überstanden.

Der Zustand des Frankfurter Forst hat sich nach Jahren der stetigen Verbesserung im Jahr 2015 abrupt verschlechtert. Dies geht aus dem diesjährigen Waldzustandsbericht des Grünflächenamtes hervor. Fast die Hälfte aller untersuchten Bäume (48,1 Prozent) hatten gelichtete Kronen mit stärkeren Blatt- und Nadelverlusten von 25 bis 100 Prozent (Schadstufen 2 und 3). Ein Prozent der Bäume war sogar ganz abgestorben. Dies sind die schlechtesten Werte seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahre 1984.

»In den 1980er Jahren litt der Wald unter Luftschadstoffen, nun setzt ihm der Klimawandel zu«, sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). »Wir wissen zwar aus den Jahren 2003 und 2006, dass sich der Stadtwald nach einem Hitzesommer auch wieder erholen kann, doch wenn solche Wetterextreme immer häufiger auftreten, wird es kritisch.« Durch die klimatischen Änderungen ist zukünftig aber vermehrt mit trockeneren Sommern und niederschlagsarmen Wintern zu rechnen.

Besondere Sorgen bereiten vor allem Eichen-Altbestände. Bei den Bäumen über 60 Jahren verzeichneten sich massive Blattverluste wegen des zu warmen Frühjahrs und der Ausbreitung verschiedener Schadinsekten wie beispielsweise Frostspanner und Eichenwickler. Aber auch die Baumarten Buche und Kiefer wiesen Trockenschädigungen auf, die unter anderem dazu führten, dass die Früchte der Buchen zu einem großen Teil vertrockneten und nicht auskeimen konnten. Neugepflanzte Bäumchen hatten bereits im Sommer fast kein Laub mehr oder nur noch verwelktes Laub.

Quelle: wiesbadener-tagblatt.de

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