Deutschland: FDP bestätigt interlektuelle Ambivalenz

florian_rensch

FDP-Jurist Florian Rensch – Im Auftrag der Klientel unterwegs. Bild: Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Die hessische FDP fordert erneut den Ausbau der Windenergie zu stoppen, da nach ihrem Befinden die Windenergie unrentabel und für eine sichere Stromversorgung ungeeignet sei. Das FDP-Bürgerforum ›Energiewende im Jahr 2015 – Deutschland in der Sackgasse‹, ist angetreten, um diese der Wirklichkeit entgegengesetzt stehenden Verlautbarungen zu verbreiten.

Dies ist ein neuerlicher Vorstoß der hessischen Klientel-Partei (wir berichteten bereits im Juli) gegen den Ausbau der Windkraft. Mit banalen Parolen ohne inhaltliche Substanz wie »die Energiewende ist lange gescheitert und zwar an den Gesetzen der Physik, der mathematischen Statistik und der Ökonomie« geht es erneut an den Start. Zum Teil erstaunte Zuhörer des FDP-Bürgerforums im Gemeindezentrum Würges erfuhren unter anderem vom Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian Rentsch, das der Klimawandel nicht existiert. Dies ist der einzige Schluss, der zu ziehen ist, wenn von dieser FDP gefordert wird, die Planungen auf Landesebene zur Verdreifachung der Windkraft zu beenden und stattdessen wieder zu einer ökonomisch sinnvollen Energiepolitik überzugehen. Oder mit anderen Worten, man soll alles so belassen, wie es ist, denn das sei am billigsten (für ihre Klientel).

Da es sich selbst in einem jahrelang von Roland Koch geprägten Hessen schwierig angeht solcherlei erstaunliche Botschaften zu verbreiten, werden diese fein säuberlich vor dem Hintergrund der aktuellen Windkraftdebatte besorgter Bürgerinitiativen ummäntelt und zum Schlucken leichtgemacht aufgehüscht. Im FDP-Sprech klingt das so: »Der Schutz von Kulturlandschaft, Wald und Natur muss vor die Interessen des Windkraftaufbaus gestellt werden.« Ja, wer will auch nicht, dass die Kulturlandschaft, Wald und Natur geschützt wird? Nur, ob ein »Augen zu vor den Realitäten«, also den ins Haus stehenden Folgen des Klimawandels, der richtige Weg ist, können sich wahrlich nur hartnäckige Realitätsverweigerer einreden.

Zusammen mit dem Bundesvorsitzenden des Vereins »Vernunftkraft«, Dr. Detlef Ahlborn, wurden auf der Veranstaltung so ziemlich alle Realitäten in einer einseitigen Sichtweise zurechtgebogen und Fakten beiseite gelassen, um mittels einer Powerpoint-Präsentation zu erläutern, dass die Energiewende bereits gescheitert sei. Glanzvolles Beispiel ist die Beispielrechnung, dass Hessen 4700 Windräder bräuchte, um den eigenen Strombedarf zu decken – das wären bei zehn Windrädern pro Park insgesamt 470 Windparks, auf die Landesfläche heruntergebrochen bedeute dies, dass alle 6,5 Kilometer ein Windpark stehen müsste. Ein Horror-Szenario für manch besorgten Naturlandschafts-Windkraftgegner. Natürlich war kein Wort davon zu hören, dass Windkraft nur EIN Teil des erneuerbaren Energiemixes neben Solar (Photovoltaik), Wasserkraft und Biomasse darstellt und somit diese Beispielrechnung nichts als irrelevanter Nonsens ist.

Die FDP zeigt erneut, dass sie sich nicht zu schade ist, Vernunft, Logik und wissenschaftlichen Konzens über Bord zu werfen, wenn es darum geht, Gewinninteressen ihrer Klientel zu vertreten und mit billiger Stimmungsmache Stimmen im »Ignorantentum-Pool« zu erhaschen. Frei nach dem Motto, »solange man noch nicht so viel sieht und mitbekommt vom Klimawandel, können wir jeden Stuss fordern und sei dieser noch so skrupellos – es trifft ja (noch) andere.«

Die FDP ist nicht daran interessiert, zu erläutern, das von Kulturlandschaft, Wald und Natur in ein paar Jahrzehnten nicht mehr viel übrig sein wirdt, wenn wir weiter fossile Energiequellen verbrennen. Ebenso ist sie nicht daran interessiert zu erklären, dass fossile Energie nur deswegen billiger erscheint, weil sie mit Milliarden vom Steuerzahler subventioniert wird! Ohne diese Subventionen bräche das ganze fossile Gebäude zusammen, ganz davon abgesehen, dass die Folgen der fossilen Energie noch gar nicht mit in die Rechnung mit eingezogen sind: Gesundheitliche Schäden von Millionen von Menschen durch Abgase, direkte Umweltzerstörung und Klimawandel – fossile Energie ist nur etwas für fossile Gehirne. Ob dies auf die Hessen-FDP zutrifft weiß man nicht genau, es kann auch sein, dass sie nur eines will: zurück an die Futtertöpfe der Ministerien.

Quelle: Frankfurter Neue Presse

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