USA: US-Präsident Obamas letzter, großer Kampf?

US-Prsident Obama bei einer Ansprache. Credits: Gabbec / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

US-Präsident Obamas Engagement für ein entschlossenes Handeln gegen den menschengemachten Klimawandel nimmt zu. Schon vor seiner Abreise in den nördlichsten Bundesstaat der USA, Alaska, den er als erster amtierender US-Präsident besucht, hatte Obama gesagt, dass der Kampf gegen die Erderwärmung für ihn oberste Priorität habe.

Eindringlich warnte er vor den Folgen des Klimawandels und forderte mehr internationale Zusammenarbeit, um die Erde zu retten. Der UN-Klimagipfel im Dezember in Paris müsse ein Erfolg werden, sagte Obama. Dabei solle erstmals allen Ländern der Welt die Verpflichtung auferlegt werden, den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu senken – nur leider ist ja dies genau nicht in Paris geplant. Paris wird lediglich nur nicht-verpflichtende, jederzeit widerrufbare Beiträge aller Staaten bringen – so ist es in den Statuten festgelegt.

Obama bleibt dennoch unbeirrt und mahnt eindringlich: »Dieses Jahr muss das Jahr sein, in dem die Welt endlich ein Abkommen erzielt, um den einen Planeten zu schützen, den wir haben, so lange wir das noch können«. »In der Arktis«, so Obama weiter, »seien die Folgen der Erderwärmung bereits zu spüren. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Ortschaften drohen zu versinken. Mittlerweile haben Wissenschaftler festgestellt, dass selbst in der Tundra mit ihrem Permafrostboden Feuer ausbrechen. Szenarien wie diese drohten auch Regionen außerhalb der Arktis. Ganze Städte könnten vernichtet werden. Der Klimawandel geschieht hier, er geschieht jetzt. Menschliche Aktivität zerstört das Klima schneller als wir dachten!« Man wisse, »dass menschlicher Erfindungsreichtum etwas dagegen tun kann, aber die Menschheit handle bislang nicht schnell genug«, resümierte Obama.

Es ist deutlich, Präsident Obama will als oberster Klimaschützer in die Geschichte eingehen – was ihm und uns allen sehr zu wünschen wäre. Die Senkung der Treibhausgase erklärte er zu einem wichtigen Ziel seiner Amtszeit und verdeutlicht dies in einer erstaunlich guten Metapher, die vielleicht sogar bis in die Betonköpfe der republikanischen Klimawandelleugner vordringen könnte: »Wenn ein anderes Land drohte, eine US-Stadt auszulöschen, dann würden wir alles tun, was in unserer Macht steht, um uns zu schützen.« Der Klimawandel sei damit durchaus vergleichbar.

Obama ist sich darüber bewusst, dass die USA als größte Wirtschaftsmacht und zweitgrößter Emittent von Schadstoffen nach China eine besondere Verantwortung für das Klima tragen. Aber sein Land, so Obama, sei auch bereit, etwas gegen die Erderwärmung zu tun. Er verwies auf den Anfang August veröffentlichten Plan, mit dem die CO2-Emissionen in den USA bis 2025 um 26 bis 28 Prozent gesenkt werden sollen. China hat sich inzwischen dem Vorhaben der USA zumindest verbal angeschlossen.

Bedauerlicherweise ist in den USA der Klima-Plan umstritten, obwohl immer mehr Amerikaner nach Umfragen davon überzeugt scheinen, dass die Erderwärmung von den Menschen verursacht wird und keine natürliche Entwicklung ist. So müssen sich beispielsweise die Betreiber von Kohlekraftwerken verbindlichen Emissionszielen unterwerfen usw. Mitglieder der Republikaner haben bereits mehrfach juristische Schritte eingeleitet, um die Weltrettung doch noch abzubrechen. Diese US-interne Auseinandersetzung und auch die Tatsache, dass die US-Regierung dem Energiekonzern Shell entgegen aller Umweltschutzbedenken in der Tschuktschensee, vor Alaskas Küste, erlaubt hat nach Öl und Gas zu bohren, wirken hingegen dämpfend.

Die nächsten Monate werden zeigen, was in den USA geschieht. Worte allein können Hoffnung machen, aber »für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.«, sprach einst Marie von Ebner-Eschenbach.

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