20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen

Noam Chomsky. Credits: Duncan Rawlinson / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

»Die Staatengemeinschaft rede seit 20 Jahren diplomatisch über den Klimawandel und habe somit Zeit gehabt, die Transformation anzuschieben.«

Es tut sich zu wenig, obwohl die Aussagen der ernst zu nehmenden Wissenschaft eindeutig sind und jeden Tag neue Meldungen hinzukommen. Der menschengemachte Klimawandel ist in vollem Gange. Der Club of Rome, der wohl bedeutendste »Think Tank« der Erde, prognostizierte bereits 2012: »Die menschengemachte Freisetzung von Treibhausgasen wird noch bis 2030 steigen und erst dann zurückgehen – dies sei allerdings 15 Jahre zu spät, um noch zu verhindern, dass sich die mittlere Erdtemperatur nach 2052 um mehr als zwei Grad erhöhe.« Eine Katastrophe für die Menschheit und Club of Rome-Klimaforscher Jorgen Randers machte deutlich: »Die Menschheit wird nicht überleben, wenn sie ihre Verschwendung und Kurzsichtigkeit fortsetzt.«

Dennoch lamentiert das wirtschaftlich-politische System bis heute über Kosten hier und da und kann sich nicht dazu entschließen das anzupacken, was angepackt werden muss. Dabei haben wir die Technologie und auch die Ressourcen, um das Projekt »Weltrettung« innerhalb kürzester Zeit zu den Akten legen zu können. Stattdessen wird aufgrund kurzsichtiger Profitsucht mit dem höchst denkbaren Einsatz gespielt, den man sich vorstellen kann – der allgemeinen Lebensgrundlage, dem Ökosystem Erde. Sind die warnenden Worte Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith schon vergessen? »In unserem Jahrhundert hat die Menschheit die Möglichkeit, ihre eigene Lebensgrundlage zu vernichten.«

Die Zeit läuft uns davon und eine Gruppe prominenter Intellektueller hat genug von diesem unwürdigen Spiel und appelliert in Sachen Klimaschutz an die BürgerInnen: »Politische Verbrechen sind historisch nie ohne große Proteste beendet worden und das gleiche gelte wohl auch für das Klimaverbrechen!« Weiter heist es: »Sklaverei und die Apartheid haben nicht geendet, weil sich Staaten einfach so dazu entschieden haben, sondern weil Massenbewegungen der politischen Elite keine andere Wahl ließen.« Das Manifest haben unter anderem der Linguist Noam Chomsky, die Autorin Naomi Klein und der Theologe und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu mitverfasst. Jeder kann (und sollte) dieses Manifest ebenfalls unterschreiben und seinen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Stimme der Vernunft in die Gehirne derer vordringt, die sich noch immer an ein System klammern, was ein Auslaufmodell ist. Das dieses Wachstums-System so nicht funktionieren kann und zu dem führen würde, was wir heute vor uns haben, hat der Club of Rome ja bereits 1972 in dem Bericht »Die Grenzen des Wachstums« eindrücklich prognostiziert – die Realität hat die Prognose eingeholt.

Eine weitere Prognose, die Tim Flannerys, Autor des Buches »Wir Wettermacher«, scheint sich ebenfalls zu bewahrheiten: »Es ist meine feste Überzeugung, dass alle Anstrengungen von Regierungen und Industrieunternehmen auf null hinauslaufen werden, solange nicht der verantwortungsbewusste Bürger und Konsument die Initiative ergreift.«

Ein Gedanke zu „20 Jahre Diplomatie um den Klimawandel: Prominente Intellektuelle sprechen vom Klimaverbrechen

  • 28. August 2015 um 20:09
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    Es ist schon schaurig, wie unsere ach so weisen Führer mit der Sache umgehen. Wie Kinder in der Sandkiste streiten sie sich über Eimerchen und Schäufelchen. Es ist bitter und zum Fremdschämen. Sie haben an einer Stelle ein Zitat aufgeführt, dass der jungen Generation der Geduldsfaden reißen wird, weil sie nicht länger die Umweltlasten der Alten tragen werden. Als Anfang 20-Jähriger frage ich mich, was bleibt uns denn auch anderes übrig? Sind dann tatsächlich WIR die Chaoten oder die anderen, die uns das alles antun?

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