Windkraft im Wald

Windkraft im Wald?

Es wird durch eine Umfrage gegen »Windkraft im Wald« Stimmung gemacht. Wie fast immer bleibt dabei die Sachlichkeit auf der Strecke, vor allem dann, wenn der Auftraggeber dieser Umfrage die Deutsche Wildtier Stiftung mit dem Alleinvorstand Fritz Vahrenholt ist. Dieser hat sich als Klimaskeptiker einen »Namen« gemacht.

Ein Beitrag von Diethard Rolink, Redaktion top agrar

Der abgetrennte Kopf eines Greifvogels. Ein besseres Motiv hätte die Deutsche Wildtierstiftung für ihre Pressemeldung nicht wählen können. Zusammen mit der Überschrift „Emnid-Umfrage belegt: 79 % der Befragten lehnen Windkraft im Wald ab“ ist die Botschaft auch ohne Lesen des Textes klar: Die meisten Deutschen wollen die „Tier-Schredder“ nicht und das kann ihnen auch keiner verübeln.

Übel nehmen könnte man der Deutschen Wildtierstiftung allerdings die Art und Weise, wie sie die fragwürdigen Ergebnisse für einen Rund-Um-Schlag gegen den Ausbau der Windkraft benutzt. Die Meinungsforscher von Emnid haben im Auftrag der Stiftung die Teilnehmer an der Umfrage unter anderem mit der Aussage konfrontiert: „Für den Ausbau der Windenergie sollten generell keine Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.“ Hand aufs Herz: Was hätten Sie geantwortet? Vermutlich „Ich stimme zu“. Wer ist schon dafür, dass Wälder abgeholzt oder durchschnitten werden und anschließend aussehen wie Labyrinthe in Maisfeldern? Mehr lesen

Deutschlands Verkehrspolitik: Aus dem letzten Jahrtausend

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Nur eine von vielen Möglichkeiten außer dem Auto – der Bus. Credits: KMJ / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Der Verkehrsforscher Andreas Knie, Professor am Wissenschaftszentrum Berlin, wurde zu den Verkehrs-Zukunftsperspektiven der Bundesregierung befragt. Sein Fazit ist ernüchternd: Ob die Bundesregierung im Verkehrsbereich genug für den Klimaschutz getan hat, kann man nicht wirklich beantworten. Denn die Regierung hat noch gar nichts unternommen.

Keine Ideen, keine Phantasien, nur kleinteiliges Verwalten, und auch das ist noch miserabel. Die Bundesregierung setzt weiter auf das private Auto mit Verbrenner mit der Familie Vater, Mutter, Kinder, mitten im grünen Garten. Die Bundesregierung ist in den 1970er und 1980er Jahren stehen geblieben. Die Menschen sind heute aber weiter und verfügen bereits jetzt über mehr Optionen als nur das eigene Diesel- oder Benzinauto. Mehr lesen

Firmenchefs weiterhin im „Neandertal“

Groß, schwer, dick und meist dunkel. Wer hat die größte Keule? Der Neandertaler in der Neuzeit. Foto: Robert Basic / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

In Deutschland bewegt sich was in Richtung Vernunft und Nachhaltigkeit. Leider nicht überall, denn die teuren Plätze bleiben häufig unvernünftig und rückständig.

Während immer mehr Unternehmen bei der Anschaffung von Fahrzeugen für ihre MitarbeiterInnen auf niedrigen Spritverbrauch und Klimagasemissionen achten, können sich nur wenige FirmenchefInnen zu einer ähnlich vorbildlichen Handlungsweise durchringen. War im Neandertal der mit der größten Keule der ›Silberrücken‹ der Gruppe, so ist es heute im Imageverständnis vieler FirmenchefInnen der oder die mit dem größten und schwersten Dienstwagen. Dieses vor der Tatsache der drohenden Klimakatasthrophe hoffnungslos rückständige Steinzeitverhalten offenbart das Ergebnis der sechsten Dienstwagenabfrage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) unter 194 börsennotierten und mittelständischen Unternehmen. Hier wurde nach dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß des Fahrzeugs des/der Vorsitzenden, der Vorstandsflotte und der Unternehmensflotte gefragt und es sollten Angaben zu ihrer Mobilitätsstrategie gemacht werden. Grundlage für die Bewertung ist eine Punkteskala in vier Kategorien, an Hand derer grüne, gelbe oder rote Karten vergeben werden. Mehr lesen

Frankreich: Windenernergie kommt voran – 237 MW am Netz

Windpark Germinon. Credits: François Goglins / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Bisher bezieht Frankreich drei Viertel seines Strombedarfs aus der Kernenergie, nur 2,5% aus Windkraft – das soll sich ändern.

Insgesamt sind in der französischen Projektentwicklung bis heute eine Windkraftleistung von insgesamt 237 MW installiert. 20 neue Anlagen liefern 130 Millionen Kilowattstunden – das entspricht dem elektrischen Energieverbrauch von etwa 50.000 Menschen. Die Anlagen befinden sich in den Departements Aisne und Pas-de-Calais.

Frankreich will bis 2020 insgesamt 20.000 MW am Netz haben und bis 2030 will Frankreich 32% ihres Strombedarf aus der Windenergie beziehen. Mehr lesen

Australiens Regierungschef Abbott: Klimawissenschaft ist Mist.

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Australiens Premierminister Tony Abbott. Credits: Department of Foreign Affairs and Trade website – www.dfat.gov.au

Nicht nur in den USA wissen Konservative stets mehr als die Wissenschaft. Australiens Regierungschef Abbott: »Kohle ist gut für die Menschheit. Klimawissenschaft ist Mist«.

Der ultrakonservative Premierminister hat Klimawissenschaften als »Mist« bezeichnet. Sein wichtigster Wirtschaftsberater – ein ehemaliger Manager der Deutschen Bank – glaubt, Klimaschutz sei »ein Instrument der Vereinten Nationen, um die Weltherrschaft zu erreichen.«

Seit ihrer Machtübernahme 2013 arbeitet die Regierung an allen Fronten daran, Klimaschutz zu unterwandern – so wird beispielsweise dem regierungseigenen Clean Energy Fund neue Investitionen in Windkraftanlagen untersagt und als einziges Land schaffte Australien eine erfolgreiche Emissionssteuer wieder ab. Abbott reduzierte die Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien und kürzte Subventionen. Der zuvor erfolgreiche Sektor ist nur mehr ein Schatten seiner selbst und die erneuerbaren zerbröckeln in Australien. So steht nun ein 1200 Megawatt-Windkraft-Projekt auf der Kippe. Mit insgesamt etwa 1700 Turbinen in etwa 70 Großanlagen gehörte Windkraft Ende des Jahres 2013 nach Wasserkraft zum zweitgrößten Sektor im Bereich erneuerbarer Energie in Australien. Mehr lesen

Öffentliche Ladestation mit kostenlosem Solarstrom für Elektro-Autos und E-Bikes

Logo der Plant-for-the-Planet Initiative. Credits: Allamundo / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)

Erster Plus-Energie-Bahnhof Deutschlands bietet kostenlosen Solarstrom für Elektro-Autos und E-Bikes an

In Uffing am Staffelsee steht der erste Plus-Energie-Bahnhof Deutschlands. Der am 26. Juli eingeweihte »Blaue Bahnhof« ist Sitz der Kinder- und Jugendstiftung Plant-for-the-Planet und produziert mehr Energie, als die Nutzer verbrauchen. Den überschüssigen Solarstrom der Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 17,75 Kilowatt (kWp) speichert ein Batteriespeichersystem mit einer Kapazität von 11. Kilowattstunden (kWh). Das Gebäude wird somit auch nachts mit Solarstrom versorgt.

Die überschüssige Energie reicht auch aus um Elektro-Autos und E-Bikes kostenlos mit Strom zu versorgen. Diese können demnächst über eine öffentliche Ladestation jederzeit kostenlos geladen werden.

Dieses Positiv-Beispiel wird in einigen Jahren Normalität sein, denn Sonne und Wind selbst kosten nichts.

Quelle: www.emobilserver.de

Indien: Verfünffachung des Ausbauziels für Solarstrom

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Narendra Modi, Prime Minister of India. Credits: Narendra Modi

Nachdem Indien noch einem Jahr mit der Meldung enttäuschte, daß der neue Ministerpräsident Narendra Modi im Bereich der Solarenergie nicht über die Ziele der Vorgängerregierung hinauszugehen wollte, hat die Regierung Modi nun einen kompletten Richtungswandel angekündigt: Im Rahmen der »National Solar Mission« hat die indische Regierung das Ausbauziel der PV-Kapazitäten bis zum Jahr 2022 auf 100.000 MW erhöht – das ist fünf mal mehr als das alte Ziel von 20.000 MW.

Dies ist ein anspruchsvolle Ansage, die in dem sonnenreichen Land aber nicht unrealistisch ist.

Realisiert wird der Ausbau wie folgt: 60.000 MW sollen durch PV-Großanlagen und die restlichen 40.000 MW sollen durch netzgekoppelte Dachanlagen im öffentlichen, gewerblichen und im privaten Bereich installiert werden.

Quelle: pv-magazine.de

Eisschilde schmelzen zehnmal schneller als angenommen

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Eisberg in der Diskobucht, Westgrönland. Credits: Michael Haferkamp / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

Der Meeresspiegel könnte in den nächsten 50 Jahren um drei Meter steigen, zeigt die neueste Studie des renommierten Klimaforschers James Hansen.

Der Klimawissenschaftler James Hansen und 16 weitere Forscher schlagen Alarm. Die Eisschilde der Erde schmilzen zehnmal schneller als bislang angenommen, zeigt ihre Studie. Als Folge kommt demnach ein Teufelskreis in Gang. Das schmelzende Wasser verändert die Zirkulation der Ozeane, tiefere Ozeanregionen erwärmen sich und lassen Gletscher und Eisschilde von unten weiter schmelzen. Dadurch wird der Meeresspiegel in den nächsten 50 Jahren um mehr als drei Meter steigen. Das liegt deutlich über bisherigen Prognosen. Mehr lesen

Windkraft in Hessen: CDU und FDP gegen Windkraft

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Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der damalige Landesvorsitzende der Grünen Tarek Al-Wazir. Foto: Metroskop / CC BY 3.0 (via Wikimedia Commons)

Im Landtag stimmt die Union für die Energiewende, in den Kommunen oft dagegen.

Anders als die Kollegen der FDP stimmte im hessischen Landtag die CDU für die Energiewende, vor Ort aber mobilisiert sie häufig gegen Windräder. In Eltville ist an diesem Widerspruch jetzt sogar die schwarz-grüne Koalition im Stadtparlament an diesem Widerspruch zerbrochen. Die FDP in Hessen hingegen ging anders vor: Ursprünglich hatte auch die FDP die Energiewende mitbeschlossen, im Landtagswahlkampf aber hat auch die FDP eine Wende um 180 Grad gemacht und sich gegen Windkraft positioniert. Windräder seien  ein »volkswirtschaftliches Desaster«. Mehr lesen

Deutschland: Offshore Ausbau verläuft nach Plan – 1.765 Megawatt neu am Netz

Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland (Kapazität der OWEA mit Netzeinspeisung), Stand 30.06.2015. Grafik: www.offshore-stiftung.de

Im ersten Halbjahr 2015 gingen 422 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.765,3 Megawatt neu ans Netz. Auf See speisten damit zum 30. Juni 2015 insgesamt 668 Anlagen mit einer Leistung von 2.777,8 Megawatt Strom ein.

Mit diesen Offshore-Windenergieanlagen kann das System etwa drei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Zudem stehen 90 Anlagen mit einer Leistung von 380,7 Megawatt vor ihrem Netzanschluss und für 84 weitere Anlagen wurden bereits Fundamente errichtet. Für das Jahr 2015 wird somit insgesamt mit etwa 2.250 Megawatt an neuen Offshore-Windenergie-Kapazitäten am Netz gerechnet. In der deutschen Nord- und Ostsee werden zum Jahresende wie geplant Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.300 Megawatt am Netz sein. Mehr lesen

Norwegen: Jeder dritte Neuwagen ein Elektroauto

Nissan LEAF an einer Ladestation. Bild: evgonetwork / CC BY-SA 2.0 (via Wikimedia Commons)

In Norwegen ist jeder dritte neu zugelassene Neuwagen ein E-Auto.  Im ersten Quartal dieses Jahres waren ein Drittel der Neuzulassungen E-Pkw. Das ist mehr als irgendwo sonst auf der Welt und eine drastische Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 2014 hatten die Zulassungen von Fahrzeugen mit dem alternativen Antrieb im Jahresschnitt erst einen Anteil von 13 Prozent erreicht.

In Norwegen werden Elektroautos vom Staat mittels reduzierter Steuern subventioniert (ca. 6.200 EURO/Jährlich). Aber selbst hier zeigt sich Kritik: Ein durchschnittliches E-Auto reduziere die CO2-Belastung pro Jahr um 0,6 Tonnen – dies würde bedeuten, dass eine Tonne weniger CO2-Ausstoß demnach fast 10.000 Euro kosten würden. Zu viel für Anders Skonhoft, Volkswirtschaftsprofessor von der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität NTNU in Trondheim, der meint, mit dem Geld könnte man dem Klima auf andere Art besser helfen. Mehr lesen

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Klimaforscher haben seit den 1970ern davor gewarnt: Jetzt ist der Westantarktische Eisschild instabil geworden und hat seinen unaufhaltsamen Zerfall begonnen. Das wird den Meeresspiegel deutlich steigen lassen. Eine Zäsur der Menschheitsgeschichte.

tafeleisbergDer Bericht ist bereits von Ende 2014, soll aber nochmals an die schwer kalkulierbaren Risiken der Kippunkte erinnern.

Ein US-Fachjournalist nannte es einen »holy shit moment for global warming« – aber das ist untertrieben. Es ist ein historischer Wendepunkt – nicht nur für die Klimaforschung, sondern für die Menschheit. Seit dem Frühjahr 2014 wissen wir: der Westantarktische Eisschild ist höchstwahrscheinlich instabil geworden und damit gewissermaßen im freien Fall. »Der Planet ist in eine neue Ära eingetreten«, schrieb der Antarktisexperte Anders Levermann kürzlich dazu. Damit sind mehrere Meter Meeresspiegelanstieg und der Untergang von Küstenstädten und ganzen Inselstaaten vorprogrammiert und praktisch unausweichlich geworden.

Ganzer Artikel und Quelle: www.scilogs.de/klimalounge/westantarktis-ueberschreitet-den-kipppunkt/

Der Offshore-Windpark „Borkum West II“ am Netz

Offshore Windpark. Foto: Hans Hillewaert / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Ein weiterer Schritt nach vorn.

Nach fast vierjähriger Bauzeit ist der Offshore-Windpark Borkum in Betrieb genommen worden. 40 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 200 Megawatt liefern nun rund 45 Kilometer vor der Küste der Nordseeinsel Borkum mit voller Leistung Strom. Gerechnet wird mit 4.000 Volllaststunden und einer Ausbeute von 800 Gigawattstunden Strom. Dies reicht um circa 200.000 Haushalte zu versorgen.

Beim Bau hat es einige Verzögerungen gegeben, denn der Park sollte bereits Mitte 2013 ans Netzt gehen. Der Windpark ist um ein Viertel teurer geworden als geplant.

Im August 2015 sollen die 40 Anlagen des Windparks Borkum in den Regelbetrieb überführt werden. Derzeit befinden sie sich noch im Probebetrieb. Laut dem Betreiber Trianel werden noch „technische Details überprüft und alle Betriebsphasen der Areva-Anlagen getestet“. Nächstes Jahr soll die Entscheidung über eine zweite Ausbaustufe mit weiteren 200 Megawatt Leistung fallen.

Dänemark: 140 Prozent des Stroms aus Wind

Dänemark konnte am Freitagmorgen bei starkem Wind seinen Stromverbrauch zu 140 Prozent aus Windkraft decken. Das ergibt die Dokumentation des dänischen Übertragungsnetzbetreibers Energinet.dk. Am Donnerstag waren es bereits 116 Prozent gewesen, als um drei Uhr morgens der Anteil durch den niedrigeren nächtlichen Stromverbrauch stieg. Damit war die dänische Windkapazität von 4,8 Gigawatt noch nicht einmal komplett ausgelastet.

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Offshore-Windpark Anholt in Dänemark. Bild: Katrin Scheib / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)

Nach Informationen der britischen Tageszeitung The Guardian wurden je 40 Prozent des überschüssigen Windstroms nach Deutschland und Norwegen exportiert, den Rest nahm Schweden ab.

Bis 2020 will Dänemark die Hälfte seines Stroms stabil aus Windkraft beziehen. Die Bilanz des vergangenen Jahres zeigt: Das nordeuropäische Königreich ist auf dem besten Weg dorthin. Bereits 39 Prozent des Stroms stammten 2014 laut Energinet.dk von Windrädern. Im Oktober hatte Dänemark angekündigt, den Kohleausstieg des Landes zu beschleunigen. Bereits in zehn Jahren soll der Einsatz von Kohle beendet werden. Zurzeit lässt die Regierung prüfen, wie sich das umsetzen lässt.

Quelle: www.klimaretter.info